Staatsanzeiger: Porträt der Woche

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Quelle: Staatsanzeiger BW, Ausgabe Nr. 30 vom 31. Juli 2020, Seite 11

Frühzeitig kommunizieren

Schon seit etwas mehr als zwei Jahrzehnten ist Roland Liebl (Die Unabhängigen) Gemeinderat in Waghäusel (Landkreis Karlsruhe). Die Arbeit als Elternbeirat an der Schule führte ihn in die Kommunalpolitik. ,,Die Themen dort haben das Bewusstsein geweckt“, sagt er heute. Er habe damals das Gefühl gehabt, dass es gut sei, wenn Eltern mitreden könnten. Obwohl die Kinder jetzt freilich nicht mehr im Schulalter sind, hat Liebl dieses Gefühl immer noch. ,,Ich habe gemerkt, dass man mitgestalten kann“, betont er.

Die Schule sei nach wie vor ein ,,ganz großes Thema“ im Gemeinderat. ,,Wir müssen unsere Schullandschaft umbauen.“ In Waghäusel und den anderen beiden Stadtteilen existieren noch fünf Grundschulen. Am Ende des Prozesses sollen es drei sein. Damit der gelingt, müsse man Lehrer und Eltern mitnehmen. Es habe schon viele Vorgespräche gegeben. Bei acht politischen Gruppierungen im Gemeinderat sei viel Kommunikation auch dort nötig.

Gemeinderat zu sein, verlangt viel Einsatz. So ist Liebl bis zu 20 Stunden und oft mehr im Monat bei Sitzungen und Veranstaltungen der Vereine dabei.

Das schafft gleichzeitig einen Bekanntheitsgrad, den man brauche, um gewählt zu werden, erklärt er. Wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, müsse man authentisch bleiben und das, was man für richtig halte, im Rat vertreten. Den negativen Einfluss durch die, die am lautesten schreien würden, korrigiere er am darauffolgenden Tag. Dann spreche er die Themen noch einmal in einem anderen Umfeld an. (dis)

Zwei Fragen…

Wie gehen Sie mit drohenden Steuerausfällen durch Corona um?

Wir sind schon mit Schulden in den aktuellen Haushalt gegangen. Dann kam Corona. Wir müssen überlegen, wo wir in diesem Jahr noch Geld einsparen können. Allerdings werden wir als Gemeinderat auch nicht nur gegen die Krise sparen können.

Sie haben noch die unechte Teilortswahl. Wie stehen Sie dazu?

Ich plädiere für die Abschaffung. Wir haben ein Bad, eine Realschule und ein Stadtfest, bei dem Vereine aus allen drei Stadtteilen mitmachen. Einen offiziellen Antrag dazu gibt es aber noch nicht. Die Diskussion darüber könnte Gräben aufreißen.

 

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Waldkindergarten: Die Vorfreude war groß

Die Waldwichtel

(Bild: ber)

Die „Unabhängigen“ unterstützen die Initiative der Waldkindergarteneltern. Das Angebot für ein solches Kindergartenmodell in der Stadt Waghäusel muss aufrechterhalten werden. Von Anfang an haben die „Unabhängigen“ die Idee unterstützt – und sind jetzt über die Entwicklung bestürzt.

Ab September wollten ganz junge Waghäuseler im ersten Waldkindergarten der Stadt fürs Leben lernen: Kurze Abenteuerreisen unter dichten Baumkronen, Frühstück in der Nachbarschaft von Hasen und Rehen, Spiele auf moosigem Boden. Auch wenn es zum 1. September 2020 (noch) nichts wird, unsere Fraktion steht weiterhin zum Konzept eines Waldkindergartens. Die Statuten des Mitteilungsblatts sehen vor, dass ein kritischer Rückblick hier nicht veröffentlicht werden kann. Insofern bleibt an dieser Stelle nur der Blick nach vorne:

  • Wir wissen, dass die Eltern sich bewusst für das naturnahe Konzept eines Waldkindergartens entschieden haben.
  • Die Eltern und die Kleinen hatten sich über die Zusage der Plätze gefreut.
  • 18 angemeldete Kinder wurden von ihren Familien auf das Konzept vorbereitet: Waldbesuche, Gespräche, Anschaffung von nötigen Utensilien (Outdoor-Kleidung, robuste Rucksäcke und Ähnliches) wurden bereits getätigt.
  • Die Stadt Waghäusel hat bereits einen geeigneten Bauwagen als zentrales Element eines Waldkindergartens bestellt, der auch im Laufe des neuen Kindergartenjahrs geliefert wird. Er dient als Rückzugsort bei schlechter Witterung.
  • Die Eltern haben sich darauf verlassen, dass die angemeldeten Kinder im Waldkindergarten betreut werden.

Experten sind von den Vorzügen der Horte im Freien überzeugt. Besonders in Zeiten von Corona, in denen Wissenschaftlern zufolge der Aufenthalt in der Natur weniger Übertragungsrisiken bietet als im Gruppenräumen. Dazu ist ein Waldkindergarten sehr kostengünstig, insofern sollte die Stadt auch umgehend prüfen, ob sie vielleicht sogar selbst als Träger in Frage kommt.

Der vorgeschlagene Lösungsansatz, die Kinder in andere konventionelle Regelkindergärten zu verteilen, dürfte aus diversen Gründen für die Eltern eher nicht in Frage kommen.

(Mitteilungsblatt der Stadt Waghäusel vom 21. August 2020)

www.du-waghaeusel.de/logbuch/

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Waldkindergarten: Unabhängige bestürzt

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So sieht es beim gleichen Träger nur wenige Kilometer weiter aus (Bild: ber)

Waghäusel (BNN). Nach dem Stopp für einen Waldkindergarten in Waghäusel unterstützen Ortsverband und Fraktion der „Unabhängigen“ die Waldkindergarteneltern. Das Angebot für ein solches Kindergartenmodell in der Stadt müsse unbedingt aufrechterhalten werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Von Anfang an hätten die Unabhängigen die Idee unterstützt – und seien jetzt über die Entwicklung bestürzt.
Ab September hätte der neue Waghäuseler Waldkindergarten im Nordosten von Wiesental öffnen sollen. Doch der Termin wurde wie berichtet auf unbestimmte Zeit vertagt. Zum Leidwesen von Eltern und Kindern hatte die Stadt den Vertrag mit dem vorgesehenen Träger gekündigt, weil sie ihm Versäumnisse vorwirft.

Die Wählervereinigung pocht nun auf eine baldige Lösung, auf ein Einvernehmen und einen Kompromiss. Es gehe um immerhin 18 angemeldete Kinder und um viele weitere Kinder in der Zukunft. Der Fraktionsvorsitzende Roland Liebl habe sich sofort an die Stadtverwaltung gewendet und nach konkreten Lösungs- und Kompromissmöglichkeiten gefragt.

Er will wissen, ob die Kündigung durch die Stadt wirklich überraschend und notwendig war. Soweit er aus Einzelgesprächen wisse, wäre auch ein temporärer Betrieb im Ausweichquartier vorstellbar, so Liebl. „Der ausgewählte Betreiber besitzt Erfahrungen im Genehmigungsverfahren, zumal er vor einem Jahr das Ganze ja in der Nachbargemeinde schon einmal erfolgreich durchgezogen hat“, betont der Fraktionsvorsitzende. Aus St. Leon-Rot gebe es nur positive Erfahrungsberichte.

Die Unabhängigen seien vom pädagogischen Konzept überzeugt. Man stimme mit den Eltern überein, dass die kurzfristige Kündigung des Waldkindergartens nicht verständlich sei. Es gebe Möglichkeiten, den Waldkindergarten regelkonform zu eröffnen.

(Bruchsaler Rundschau vom 17. August 2020, Seite 17)

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Máriahalom oder Kirwa, ein deutsch-ungarisches Dorf

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Máriahalom (Kirwa)

Meine Mutter wurde am 25. Mai 1932 als Maria Klinger in Kirwa geboren. Meine Großeltern sind Johann Klinger (geboren am 1. Oktober 1890 in Kirwa) und Magdalena Klinger, geborene Ketter (geboren am 14. Juni 1894 in Kirwa). Bis zur Vertreibung am 2. April 1946 war es ihre Heimat. Im Rahmen der Magyarisierung in den 1930-er Jahren wurden sie gezwungen, den Familiennamen auf „Kürtös“ abzuändern. Nur so durften sie ihre Dorfgaststätte weiter betreiben. Bei dieser Namensänderung durfte nur der erste Buchstaben des Nachnamens erhalten werden.

Die deutschen Siedler wurden Ende des 18. Jahrhunderts angeworben. Mein Cousin Lorenz Klinger, geboren in Máriahalom (Kirwa) hat den Familienstammbaum bis zu den Auswanderungsdokumenten in Trochtelfingen (Baden-Württemberg) nachverfolgt. Wegen des Mangels an Arbeitskräften in den dünn besiedelten Gebieten Ungarns warb Kaiser Joseph II. im Jahr 1782 im süddeutschen Bereich mit 10 Jahren Steuerbefreiung, Häusern und Vieh für neue Siedler. Der Wortlaut des k.k. Patentes habe ich hier beigefügt:

Ansiedlungspatent Josephs II.
Wien, den 21. September 1782

Wir Joseph der Andere, von Gottes Gnaden erwählter Römischer Kaiser, zu allen Zeiten Mehrer des Reichs, König in Ungarn, Böhmen, Galizien und Lodomerien etc. thun hiermit Jedermänniglich kund, daß Wir in unsern Königreichen Ungarn, Galizien und Lodomerien viele unbesetzte, leere und öde Gründe besitzen, welche Wir gesonnen mit Deutschen Reichsgliedern, besonders aus dem Ober-Rheinischen Kreise, anzusiedeln. Zu dem Ende versprechen Wir, bei unserer angebohrenen kaiserl. königl. Parole allen zu uns wandernden Reichs-Familien, deren Wir viele Tausende an Ackersleuten und Profeßionisten benöthiget sind:

Erstens: Eine gänzlich vollkommene Gewissens- und Religions-Freyheit; wie auch jede Religions-Parthey mit denen benöthigten Geistlichen, Lehrern, und was darzu gehöret auf das voll-kommenste zu versorgen.

Zweitens: Eine jede Familie mit einem ordentlichen neuen nach Landes-Art geräumigen Haus, nebst Garten zu versehen.

Drittens: Die Ackersleute mit dem zu jeder Familie erforderlichen Grund, in guten Aeckern und Wiesen bestehend, wie auch mit dem benöthigten Zug- und Zucht-Vieh, dann Feld- und Haus-Geräthschaften zu beschenken.

Viertens: Die Profeßionisten und Tagwerker hingegen, haben sich blos deren in der Haus-wirthschaft nöthigen Geräthe zu erfreuen: wo nebstbei aber denen Profeßionisten für ihre Handwerks-Geräthe anzuschaffen 50 Gulden Rheinisch im Baaren ausgezahlt werden.

Fünftens: Der älteste Sohn von jeder Familie ist und bleibt von der Militär-Rekrutierung befreyet.

Sechstens: Jede Familie erhält von Wien aus freie Transportierung bis auf Ort und Stelle der Ansiedlung, wozu die benöthigten Reisegelder ausgezahlt werden; darnach dauert die Verpflegung noch so lange fort, bis die Familie im Stande ist, sich selbsten zu ernähren. Sollte aber nach dieser Unterstützungs-Frist eine oder andere Familie in ein unverschuldetes Unglück gerathen, so wird gegen dreyjährige Rückerstattung aller Vorschub geleistet.

Siebentens: Um die neuen Ankömmlinge, welche auf der Reise, oder wegen Veränderung des Klimas, oder auch auf sonstige Weise erkranken, möchten, so geschwind als möglich in ihren vorigen gesunden Zustand zu versetzen, werden Spitäler angelegt, um dieselbe darinnen auf das sorgfältigste unentgeltlich zu verpflegen.

Achtens: Endlich wird diesen Reichseinwanderern von dem Tag ihrer Ansiedlung an, durch ganze zehn Jahre die Freyheit zugesichert; binnen welcher Zeit solche von allen Landes- und Herrschafts-Steuern, Abgaben und Lasten, wie sie auch Namen haben möchten, gänzlich befreyet seyn, und verbleiben sollen: Nach Verlauf dieser zehen Frey-Jahre aber sind sie verbunden eine leidendliche landesübliche Steuer-Abgabe, so wie andere Landes-Einwohner, zu entrichten.

Welchen Entschluß und Willensneigung Wir zur Steuer und Wahrheit mit Urkund dieses, besiegelt mit Unserm K.K. aufgedruckten Sekret-Insigel bestätigen, so gegeben Wien am ein und zwanzgisten September, Anno siebenzehnhundert zwei und achtzig.

Unserm Reiche des Römischen im neunzehnten, des Ungarischen und Böhmischen im zweyten.

Joseph II (Siegel )

Die ersten Siedler kamen 1785/86 aus den ehemaligen Herrschaftsgebieten Hohenzollern-Hechingen und Sigmaringen.

Die friedliche Ansiedlung fand mit dem Zweiten Weltkrieg ein jähes Ende. Bei einer Volkszählung 1941 bekannten sich von den 860 Einwohnern noch 95% zu ihrer deutschen Herkunft. Nach Kriegsende wurde die deutsche Herkunft zum Problem: Am 2. April 1946 wurden 640 Menschen vertrieben, 3/4 der Bevölkerung. 1949 zählte man unter den 591 Einwohner nur noch einen einzigen der sich auf seine deutsche Herkunft berief.

Die 640 vertriebenen Kirwaer mussten ihren Heimatort ohne Vorankündigung spontan (30 Minuten Zeit zum Packen; nur Handgepäck) verlassen. Sie wurden zum Bahnhof Piliscsaba transportiert. Der Sammeltransport brachte sie ins Schloss Kislau, welches in der Nazi-Zeit als KZ diente. Von dort wurden die 640 Vertriebenen auf 18 umliegende Gemeinden (darunter Kirrlach) verteilt, wo sie auch nicht mit offenen Armen empfangen wurden.

Seit der Wende genießen die verbliebenen deutschen Bewohner in Ungarn (ca. 30 % der heutigen ungarischen Bevölkerung) einen umfangreichen Minderheitenschutz.

Mein Cousin János Klinger wurde 1994 und 1998 zweimal zum Bürgermeister von Máriahalom (Kirwa) gewählt. Er war maßgeblich an der Städtepartnerschaft zwischen der „alten“ und der „neuen“ Heimat beteiligt. Die 750-Jahrfeier der Ortschaft Trochtelfingen-Steinhilben im Jahr 1997 war Anlass dafür, die Geschichte der Auswanderung aufzuarbeiten, und hieraus entstand die heutige Verbindung mit Máriahalom.

Ich selbst durfte das Land meiner Vorfahren in vielen langen Reisen intensiv kennen und lieben lernen, zuletzt im September 2019.

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Offener Brief bezüglich der Situation des Waldkindergartens Waldwichtel e.V.

Waldkindergarten in St. Leon-Rot, vom gleichen Träger vor einem Jahr eröffnet (Bild: ber)

Waghäusel, den 09. August 2020

Sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,

wir, die Eltern der angemeldeten Kinder des Waldkindergartens Waldwichtel e.V. möchten auf die aktuelle Situation aufmerksam machen, in der wir uns befinden.

Wir haben uns bewusst für einen Waldkindergarten entschieden, weil wir von dem pädagogischen Konzept überzeugt sind und uns eine naturnahe Betreuung für unsere Kinder wünschen. Im Sozialgesetzbuch (SGB VIII) Achtes Buch, Kinder- und Jugendhilfe steht ausdrücklich, dass Eltern zwischen Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger wählen können. Dementsprechend hat es uns mit großer Freude erfüllt, als wir erfuhren, dass die Stadt Waghäusel einen Träger gefunden hat und es im September 2020 mit dem Waldkindergarten losgehen würde. Wir Eltern und unsere Kleinen haben uns über die Zusage der Plätze gefreut. 18 angemeldete Kinder wurden von ihren Familien auf das Konzept vorbereitet: Waldbesuche, Gespräche, Anschaffung von nötigen Utensilien (Outdoor-Kleidung, robuste Rucksäcke und Ähnliches) wurden bereits getätigt. Die Stadt Waghäusel hat schon einen Bauwagen bestellt, der in den nächsten Wochen geliefert wird und den Kindern im Wald als Rückzugsort bei schlechter Witterung dient. Im Wald ist der Bereich für den Kindergarten bereits abgesteckt und wurde vom Träger für den Start der Kinderbetreuung vorbereitet. Unzählige Personen und Mittel wurden eingesetzt, um die Stadt Waghäusel mit der naturnahen Kinderbetreuung zu bereichern und den Kleinen eine „andere“ Kindergartenzeit zu ermöglichen. Wir haben uns darauf verlassen, dass unsere angemeldeten Kinder im Waldkindergarten betreut werden.

Nun der große Rückschlag: In einem Schreiben der Stadt Waghäusel vom 03.08.2020 wird informiert, dass der Waldkindergarten in Waghäusel nicht wie geplant am 01. September 2020 eröffnet werden kann. Am Tag zuvor waren wir vom Träger selbst darüber informiert worden, dass die Stadt Waghäusel den Vertrag mit dem Träger gekündigt hat! Diese Absage kam völlig überraschend und ohne jegliche Begründung. Auch wurde darauf verwiesen, dass der zuständige Sachbearbeiter unmittelbar nach Versenden dieser Information in Urlaub ginge und erst 11 Arbeitstage vor dem Kindergartenstart wieder zur Verfügung stehen würde. Da stehen wir nun MITTE August, inmitten der Ferienzeit und haben keinerlei Informationen darüber, wo unsere Kinder in ein paar TAGEN landen werden. Eine unzumutbare Unsicherheit und unseres Erachtens nach, eine Respektlosigkeit unseren Kleinen gegenüber. Dies ist ein Schlag ins Gesicht für uns Eltern und versetzt uns in große Sorge. Der vorgeschlagene Lösungsansatz, die Kinder in andere konventionelle Regelkindergärten zu verteilen, kommt für uns aus diversen Gründen nicht in Frage. Wenn wir unsere Kinder in konventionellen Kindergärten betreut haben wollten, hätten wir sie direkt dort angemeldet.

Tatsache ist, dass die kurzfristige Kündigung des Waldkindergartens für uns nicht verständlich ist. Es gibt noch einige Möglichkeiten, den Waldkindergarten regelkonform zu eröffnen. Wir appellieren an alle sich dafür einzusetzen, dass die ganzen Vorbereitungen nicht umsonst waren! Waghäusel braucht den Waldkindergarten! Lasst uns gemeinsam eine Lösung finden und den Waldkindergarten eröffnen!

Die Initiative der Waldkindergarteneltern

 

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Hitzerekord am Montag bei uns im Südwesten

Um 21 Uhr hatte es gestern Abend an einigen Stellen der Region noch über 30 Grad – zum Beispiel an den Wetterstationen in Bühl oder Rheinstetten. Bei uns im Südwesten ist es aktuell am wärmsten. Der deutschlandweit heißeste Ort war gestern Bad Mergentheim-Neunkirchen mit 36,6 Grad, knapp dahinter und damit bundesweit auf Platz zwei: Waghäusel-Kirrlach bei Karlsruhe, hier zeigte das Thermometer 36,4 Grad an. Deutschlandweiter Hitzerekord im Sommer 2020 hat am Sonntag Trier aufgestellt – mit 38,6 Grad. (ts)

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Resolution des Gemeinderates der Großen Kreisstadt Waghäusel gegen die Schließung des DB-Reisezentrums in Waghäusel

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Bildrechte: Pixabay License

Der Gemeinderat der Großen Kreisstadt Waghäusel spricht sich vehement gegen die Schließung des Reisezentrums am Bahnhof Waghäusel aus. Während jeder noch Verständnis hatte, als das Reisezentrum Mitte März Corona-bedingt geschlossen wurde, haben wir absolut kein Verständnis dafür, dass dies zum Anlass genommen wird, das Reisezentrum nun ganz zu schließen. Über die Große Kreisstadt Waghäusel hinaus hat das Reisezentrum einen deutlich größeren Versorgungsbereich, der die Stadt Philippsburg und die Gemeinde Oberhausen Rheinhausen mit einschließt. Danach bedient das Reisezentrum ein Einzugsgebiet von rund 45.000 Einwohnern.

Zwar werden immer mehr Fahrkarten online, per Handyticket oder am Automaten gekauft. Dies ersetzt aber nicht den bisherigen hervorragenden Service des Kundenbetreuers im Bahnhof Waghäusel. Insbesondere die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie alle, die keinen Zugang zu Onlinediensten oder per Smartphone haben, werden durch die Schließung des Reisezentrums benachteiligt, ja diskriminiert. Auch der Hinweis auf die kostenpflichtige telefonische Beratung über DB-Dialog greift nicht, denn im persönlichen Gespräch können alle Detailfragen in Ruhe geklärt werden. Oftmals werden im Telefongespräch wichtige Dinge vergessen, wegen denen man sich dann nochmals über Warteschleifen einwählen muss.

Auch Seh- und Hörbehinderte werden von den neuen Beratungsangeboten der Bahn weitestgehend ausgeschlossen. Ein Verweis auf andere Reisezentren in der Umgebung ist nur ein vorgeschobenes Argument, denn wer fährt freiwillig nach Bruchsal (20 Km) oder Karlsruhe (30 Km) um sich eine Fahrkarte zu kaufen. Tatsächlich verkehrt sich die Ankündigung der Bahn, jederzeit für den Kunden da zu sein ins Gegenteil und somit werden die potenziellen Kunden wieder ins Auto und damit auf die Straße getrieben.

Öffentlicher Personenverkehr ist Daseinsvorsorge und Daseinsvorsorge muss für alle gleichermaßen zugänglich sein.

(Beschlossen am 29. Juni 2020 in öffentliche Sitzung des Gemeinderats)

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Höchste Temperatur des Jahres am Dienstag bei Waghäusel-Kirrlach gemessen

Stuttgart (dpa/lsw) – Der Dienstag hat einen Temperaturrekord in diesem Jahr im Südwesten geknackt: Die Wetterstation in Waghäusel-Kirrlach (Kreis Karlsruhe) zeigte 29,8 Grad an – das war der bislang höchste in diesem Kalenderjahr in Baden-Württemberg gemessene Wert, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Abend sagte.

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DigitalPakt von Bund und Ländern

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Bild: frei

Mit dem DigitalPakt Schule (www.km-bw.de/,Lde/Startseite/Schule/Digitalpakt) wollen der Bund und die Länder die Leistungsfähigkeit der digitalen Bildungsinfrastruktur an Schulen stärken und so die Grundlagen zum Erwerb von digitalen Kompetenzen an Schulen verbessern. Insgesamt fünf Milliarden Euro stellt der Bund dafür in den kommenden Jahren zur Verfügung, von denen etwa 650 Millionen Euro nach Baden-Württemberg fließen. Die „Verwaltungsvorschrift des Kultusministeriums zur Umsetzung der Verwaltungsvereinbarung Digitalpakt Schule 2019 bis 2024“ ist online abrufbar (siehe Link).

Um den Schulträgern Planungssicherheit zu geben und eine Verteilung der Fördergelder nach dem „Windhundprinzip“ zu vermeiden, wurden Budgets auf Basis der Schülerzahlen gebildet, die den Schulträgern bis 30. April 2022 reserviert zur Verfügung stehen. Laut Schätzung von Fraktionssprecher Roland Liebl könnte knapp ein Promille der 650 Millionen Euro hohen Fördersumme nach Waghäusel fließen. Diese Summe wird auch dringend benötigt, so Liebl, der auf eine langjährige Erfahrung als Informatiklehrer und Systemadministrator eines Schulnetzes verweisen kann. Dabei steht es Schulträgern selbstverständlich frei, ihr Gesamtbudget je nach Investitionsbedarf zwischen ihren Schulen zu verteilen. Durch die reservierten Budgets soll auch den Schulen, die sich erst jetzt auf den Weg in die digitale Zukunft machen, die notwendige Zeit für eine gründliche Planung gegeben werden. Im Mittelpunkt der Bezuschussung steht der sogenannte Medienentwicklungsplan. Der Medienentwicklungsplan hilft dabei, alle Beteiligten einzubinden und finanzielle Möglichkeiten mit pädagogischen Wünschen und Erfordernissen zu vereinbaren. Um dies zu erreichen, bedarf es einer guten und nachhaltigen Planung, die wir gerne unterstützen.

Am Anfang stehen für die Verantwortlichen die Fragen:

  • Was ist an unserer Schule bereits vorhanden?
  • Wo soll es hingehen?
  • Was ist das Ziel?
  • Wie gedenken wir es umzusetzen?
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Corona: Krisen sind auch Zeiten der Veränderung

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Foto: Liebl

Jede Krise bietet auch Chancen, wenn man sie erkennt und nutzt. Wir alle haben in den letzten Corona-Wochen leidvoll erfahren müssen, dass die gewohnten Pfade nicht mehr, bzw. nur unter starken Einschränkungen, nutzbar waren. Home-Office (mit integrierter Kinderbetreuung), weniger direkte Gespräche, mehr Videokonferenzen, Home-Schooling, soziale Isolation, etc. sind nur einige wenige Stichworte. Und gerade die digitale Welt bot und bietet hier viele Möglichkeiten, vielleicht das eine oder andere Problem etwas zu mildern. Aus unserer Sicht sollten die kommunalen Verwaltungen die gemachten Erfahrungen rasch zur Grundlage für weitere Schritte in dieser Richtung nehmen. Hier einige Beispiele, die zum Teil auch schon umgesetzt wurden, obwohl man vor einigen Wochen noch ganz anderer Meinung war:

  • Kommunale Mängel-App (Aktuell als komfortables Formular zur Meldung von Schäden ans Rathaus über die Homepage umgesetzt; Startseite => Unsere Stadt => Mängelmelder): Auf dieser Seite können Sie ganz einfach die von Ihnen entdeckten Schäden oder Mängel schnell und unbürokratisch der Stadt Waghäusel melden und sich so an der Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur der Stadt beteiligen. Egal, ob eine Straßenlampe defekt ist, eine „wilde“ Müllkippe oder sonstige Ärgernisse entdeckt wurden – mit wenigen Mausklicks können Sie jederzeit Anregungen von unterwegs online eingeben und senden. Bilder können mitgeschickt werden.
  • Abfallinfo-App: Heute lassen sich die Leute von Apps an alles Mögliche erinnern. Warum also nicht auch ans Rausstellen der Mülltonnen? Man könnte so einen Service mit Mehrwert bieten und niemand ärgert sich mehr darüber, dass er vergessen hat, die Mülltonnen rauszustellen. Oder dass Mülltonnen unnötig lange die Gehwege versperren, weil sie viel zu früh rausgestellt wurden.

Die Liste lässt sich noch ausgiebig fortsetzen. Aber zunächst einmal freut sich unsere Fraktion auf die nun wieder beginnende Gemeinderatsarbeit.

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