Was ist da los am Kriegbach?

Schlagzeile der Schwetzinger Zeitung vor einem Jahr im August 2020 (Screenshot: Roland Liebl; Quelle: https://www.schwetzinger-zeitung.de/orte/altlussheim_artikel,-altlussheim-den-kriegbach-seinem-kanal-entreissen-_arid,1676286.html)
Schlagzeile der Schwetzinger Zeitung im August 2021 (Screenshot: Roland Liebl; Quelle: https://www.schwetzinger-zeitung.de/orte/altlussheim_artikel,-altlussheim-kriegbach-faellt-trocken-wasserentnahme-muss-gestoppt-werden-_arid,1836587.html)

Der Abbau von insgesamt vier Staustellen (oder Rückhalteschwellen) lässt den Kriegbach heute trocken fallen. Punkt!

Das Problem ist nach meiner Meinung hausgemacht. Der Bach musste aufgrund europäischer Vorschriften renaturiert werden – was Vertreter des Naturschutzes ökologisch auch als richtig finden. Aber genau diese Renaturierung trägt eben auch zur Austrocknung mit bei, denn dafür mussten Staustellen abmontiert werden. Dadurch fließt das Wasser jetzt viel schneller ab, insbesondere wenn der Zufluss etwas niedriger ausfällt.

Der Klimawandel hat damit nichts zu tun, so meine Meinung. Es fehlt auch nicht an Niederschlägen, denn im Kraichbach gibt es genügend Wasser. Auf jeden Fall nicht weniger, als die letzten Jahrzehnte.

Die nach meiner Meinung relevante Hauptänderung zwischen dem August 2020 und dem August 2021 rund um den Kirrlacher Bereich besteht im Abbau von vier Staustufen von jeweils ca. 60 cm Höhe. Diese waren für die Fische fast unüberwindbare Hindernisse. Auch im Kraichbach wurden Staustellen entfernt, z.B. unterhalb des Schneidemühlwehrs. Deshalb fließt der Kraichbach am Schneidemühlwehr heute ebenfalls schneller ab. Für den Überlauf zum Kriegbach verbleibt damit sehr viel weniger Wasser.

Wie geht es weiter?

Es ist kurzfristig ein Runder-Tisch mit dem Regierungspräsidium (RP) geplant. Das RP ist wasserrechtlich für den Kraichbach verantwortlich. Dort will man sich dann gemeinsam beraten, welche Optionen es gibt. Im Moment ist man aber noch recht ratlos.

Die vorgeschlagene Öffnung des Schneidemühlwehrs wird wegen zu erwartender Nachteile an anderer Stelle aktuell jedenfalls nicht angestrebt …

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Tiefengeothermie: Wie soll ein Waghäuseler Verantwortungsträger entscheiden?

Mein Fraktionskollege Marco Gersonde (Bild: ber)

Berechtigte Befürchtungen oder grundlose Angstmache?

Interview mit dem unabhängigen Stadtrat Marco Gersonde zum umstrittenen Projekt Tiefengeothermie

Die Auseinandersetzung um das geplante Tiefengeothermieprojekt auf Waghäuseler/Wiesentaler Gemarkung und die mögliche Bereitstellung eines städtischen Grundstücks nahe an der Wohnbebauung zu Bohrzwecken ist voll im Gange.
Dazu fünf direkte Fragen und fünf offene Antworten zu dem Thema, das die Bevölkerung in starkem Maße bewegt und stark emotionalisiert.

Wie sieht es nach Ihrer Einschätzung derzeit im Gemeinderat aus?
Marco Gersonde: Ich würde sagen, die Stimmung ist durchwachsen. Eine Prognose abzugeben, wie die Entscheidung letztlich aussehen wird, wäre derzeit schwierig. Ich denke, die Meinungsfindung ist noch nicht ganz abgeschlossen.
Ein Teil hat sich sicherlich schon definitiv festgelegt. Ein anderer Teil registriert, vielleicht eher noch abwartend, die Stimmung in der Bevölkerung und nimmt sie als Barometer wahr.

Wie argumentieren die Befürworter?
Marco Gersonde: Geothermie wird als Alternative in der heutigen Zeit zu Kohle und Atomkraft angesehen. Geothermie sei im Vergleich zu den anderen Methoden, die der Energieerzeugung dienen, umweltfreundlicher. Auch handle es sich um erneuerbare Energie. 
Mitunter wird in der Diskussion behauptet, alles sei eine grundlose Angstmacherei.
Geld spielt natürlich auch eine große Rolle. So wird von den Befürwortern erwartet, dass die Stadt durch den Grundstücksverkauf an Geld kommt und dass auch gewerbesteuermäßig etwas hängen bleibt. Genau dies ziehen aber andere in Zweifel, weil der als Einnahmenquelle entscheidende Hauptsitz des Unternehmens nicht in Waghäusel ist.
Hinzu kommt als Aspekt: Die Vertreter der Erdwärme sind, wie ich finde, supergute Verkäufer, können gut reden und die Zuhörer beeindrucken.

Was meinen die Gegner?
Marco Gersonde: Die Bedenkenträger verweisen gerade in Waghäusel auf die extreme Nähe zur Wohnbebauung und zur Bahntrasse, auf die Grundwassergefahr, den möglichen Lärm mit Dauergeräuschen bei immerhin 105 Dezibel und auf die durchaus existente Gefahr von Erdbeben, da 4.000 Meter tief gebohrt wird. Sie misstrauen den Beteuerungen, wird ja alles nicht so schlimm kommen. Und sagen: Hier geht es nach dem Motto „Augen zu und durch?“
In der Bevölkerung heißt es: Wie lange hören wir diese nervende Lärmquelle? Warum baut man die saubere und ruhige Solarenergie nicht einfach aus? Dann höre ich immer wieder Stimmen, die sagen: Ist es okay, dass stets alles Nachteilige in Wiesental untergebracht wird?

Sie kommen viel mit Menschen zusammen. Was kann man zur Stimmung in der Bevölkerung sagen?
Marco Gersonde: Vor allem in Wiesental, aber inzwischen auch in den Stadtteilen Waghäusel und in Kirrlach, ist eine nicht unerhebliche Skepsis, ja Besorgnis auszumachen. Im Umfeld der „IG“ sind, wie ich vernehme, viele Leute verärgert, bringen bereits einen Bürgerentscheid oder eine eigene Beteiligung an der Kommunalwahl 2024 ins Gespräch, die zu einem Zeitpunkt sein wird, wenn hier bei uns die Bohrungen voll im Gang sind.
Ich denke, wir sollten die Ängste und Befürchtungen ernst nehmen, sehr ernst nehmen. Als Kommunalpolitiker dürfen wir die Leute nicht einfach übergehen nach dem Motto: „Wir wissen mehr als ihr, deshalb machen wir es so. Findet euch damit ab.“

Wie sehen Sie es persönlich?
Marco Gersonde: Auch ich habe mit mir gerungen. Auch habe ich mich an einen überzeugenden Fachmann gewendet, der beruflich damit zu tun hat.
Ergebnis: Ich kann mich mit dem Projekt und mit dem vorgesehenen Standort nicht anfreunden.
Ich bin von unserer Bevölkerung gewählt worden und nicht von der „Erdwärme“. Deshalb muss ich die Interessen der Waghäuseler und insbesondere der Wiesentaler wahrnehmen.
Wenn etwas passieren sollte, irgendwo der erste Sprung an einem Haus auftaucht oder es mit unserem Grundwasser Probleme gibt, könnte ich mich – ganz zurecht – als Stadtrat nicht mehr sehen lassen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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Kirrlacher Sagen

Die weiße Dame am Erlenteich und Schloßbuckel (Bildmontage: Liebl)

1934 wurde anlässlich des 700-jährigen Jubiläums von Kirrlach eine Broschüre von Artur Schmitteckert erstellt. Auf Seite 28 kann man dort lesen:

  • Gespenster, Hexen und alle möglichen Geister trieben in jeder Zeit ihr Unwesen. Man denke nur an die Kirrlacher Sagen vom roten Kuhhirt, der weißen Dame am Erlenteich und Schloßbuckel.

Auf Seite 31 wird die Erzählung vom Roten Kuhhirt mit dem Vermerk „Eine Erzählung aus den schwersten Tagen Kirrlachs“ wiedergegeben. Weitere Infos zur „Weißen Dame am Erlenteich und Schloßbuckel“ sind in dieser Broschüre nicht festgehalten.

Die aktuellen Recherchen des Heimatvereins ergaben, dass es wahrscheinlich keine schriftliche Aufzeichnungen dazu gibt. Daher begegeben wir uns nun auf Spurensuche. Wir wollen keine Chance ungenutzt lassen, Licht ins Dunkel dieser Sage von der weißen Dame zu bringen. Vielleicht gibt es noch verwertbare Infos hinter den wenigen überlieferten Fragmenten. Jedes Puzzle-Teil zählt. 

Sagen sind laut Wikipedia, dem Märchen und der Legende ähnlich, eine zunächst auf mündliche Überlieferung basierende, kurze Erzählung von fantastischen, die Wirklichkeit übersteigenden, Ereignissen. Da diese mit realen Begebenheiten, Personen- und Ortsangaben verbunden werden, entsteht der Eindruck eines Wahrheitsberichts.

Nach Einschätzung des Heimatvereins hat sich die mündliche Überlieferung von lokalen Sagen und Ortsgeschichten seit der Ausbreitung des Fernsehens in den 1960er Jahren grundlegend verändert. Das Sandmännchen und andere bundesweite Programminhalte habe die jahrhunderte alten lokalen Geschichten und Sagen im Kinder- und Familienleben weitgehend verdrängt. Nur was niedegeschrieben wurde, hat überlebt.

Wir freuen uns daher über jede Rückmeldung. Und sollte gerade niemand von uns erreichbar ist, wir rufen Sie auch gerne zurück. Bitte melden Sie sich, wenn Sie Infos zur Weißen Dame haben. Roland.Liebl@gmx.de, Tel. 60981 (AB).

Besten Dank bereits im Voraus. 

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36,2 Grad: Waghäusel-Kirrlach am Freitag heißester Ort in Deutschland

Quelle: https://bnn.de/kraichgau/bruchsal/waghaeusel/36-2-grad-waghaeusel-kirrlach-am-freitag-heissester-ort-in-deutschland

Keiner schwitzt mehr: Mit 36,2 Grad war Waghäusel-Kirrlach am Freitag der heißeste Ort in Deutschland – gleichauf mit Bernburg an der Saale in Sachsen-Anhalt.

Mit Tageshöchsttemperaturen von jeweils 36,2 Grad waren Waghäusel-Kirrlach gemeinsam mit der Stadt Bernburg an der Saale in Sachsen-Anhalt am Freitag die bundesweit heißesten Orte. Nach Sachsen-Anhalt ging auch Platz drei: In Seehausen in der Altmark wurden in der Spitze 35,8 Grad gemessen, wie es am Abend beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach hieß.

Insgesamt sei es im Nordosten Deutschlands am wärmsten gewesen. Dort wurden an mehreren Stationen Werte nahe 36 Grad gemessen worden.

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Kirrlach ist Spitzenreiter

Quelle: https://www.die-neue-welle.de/display-news/der-sommer-ist-da-hoechsttemperaturen-in-waghaeusel-kirrlach (17. Juni 2021)

Waghäusel (dpa/lk) – Sehr warme Luft aus dem Mittelmeerraum hat am Mittwoch vielen deutschen Städten die bisher wärmsten Temperaturen des Jahres eingebracht. Spitzenreiter war erneut Waghäusel.

Noch heißer am Donnerstag

So wurden vor allem im Südwesten Höchsttemperaturen erreicht, wie der Deutsche Wetter-Dienst am Donnerstag mitteilte. Diese würden am Donnerstag voraussichtlich übertroffen werden, sagte eine DWD-Sprecherin. Mit viel Sonnenschein lagen die Höchsttemperaturen zwischen 26 und 33 Grad.

Erste Tropennacht des Jahres

Außerdem hat Deutschland die erste Tropennacht des Jahres erlebt. Meteorologen sprechen von Tropennächten, wenn die Temperaturen auch nachts nicht unter 20 Grad fallen. In der Nacht zum Donnerstag war das an mehreren Orten der Fall, auch am Oberrhein. Die Meteorologen gehen davon aus, dass auch die Nacht zum Freitag wieder eine Tropennacht werden wird.

Kirrlach ist Spitzenreiter

Am wärmsten wurde es am Mittwoch mit 33,9 Grad Celsius in Waghäusel-Kirrlach. Bereits am 9. Mai war es in Waghäusel mit 31,3 Grad deutschlandweit am wärmsten.

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Waghäusel verzeichnet 31,3 Grad

Quelle: https://www.zeit.de/news/2021-05/09/am-heissesten-im-suedwesten-waghaeusel-verzeichnet-313-grad

Offenbach/Waghäusel (dpa) – Am ersten frühsommerlichen Tag nach einer längeren kühlen Phase ist es am Sonntag im baden-württembergischen Waghäusel nahe Karlsruhe bundesweit am heißesten gewesen. 31,3 Grad habe das Thermometer dort angezeigt, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Abend. Das sei der heißeste Wert für die Dekade 1. bis 10. Mai an dieser DWD-Messstation seit 1986 gewesen. Am kältesten war es am Sonntag mit maximal 5,8 Grad auf der Zugspitze. Verhältnismäßig kühl blieb es auch auf Helgoland mit 15,1 Grad. Der zweitwärmste Ort am Sonntag lag ebenfalls im Südwesten: 30,6 Grad wurden dem Meteorologen zufolge in Bad Mergentheim gemessen.

© dpa-infocom, dpa:210509-99-532729/2

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Tiefengeothermie

Erdbebengebiete sind natürliche Hotspots im wahrsten Sinne des Wortes. In Island kommt das heiße Wasser von alleine an die Erdoberfläche. Bei uns muss man tief danach bohren. Hauptkritikpunkte unserer Bürger sind neben der Lärmbelästigung bei der Bohrung und der geplanten Luftkühlung im Regelbetrieb vor allem die Sorge vor Schäden an den Gebäuden und mögliche Schadstoffaustritte aus dem Wasserkreislauf (Foto: Pixabay)

Kaum ein Thema polarisiert die Bürgerinnen und Bürger von Waghäusel so sehr, wie folgender Tagesordnungspunkt auf der kommenden Gemeinderatssitzung: „Anfrage des Unternehmens Deutsche ErdWärme zum Eintritt in Verhandlungen mit der Stadt Waghäusel über die Überlassung eines Grundstücks, insbesondere der Flurstücke 8141, 8160 und 8161 im Gewann Unterspeyerer Feld, zur Erschließung eines Thermalwasserreservoirs und zur Errichtung einer Anlage für die Gewinnung erneuerbarer Energie aus Erdwärme“

Zahlreiche Anrufe und Briefe haben uns dazu erreicht. Soweit wir Kontaktdaten hatten, haben wir mit den Personen auch gerne gesprochen. Dabei wurde die Rolle der Stadträte bei dem Thema wohl oft überschätzt. Fraktionssprecher Roland Liebl erklärte:

  1. Der Gemeinderat hat in Baden-Württemberg grundsätzlich zunächst keine direkte Möglichkeit die Tiefengeothermie in Waghäusel zu verhindern. Er hat im Gegensatz zur Windenergie nicht einmal die Chance regulierend einzugreifen und zu sagen: „Bitte dorthin“ und „Bitte nicht dahin“. Bei den Windrädern konnten der Gemeinderat im Verfahren den Standort zumindest weit weg von der Wohnbebauung anordnen. Aber auch nicht verbieten! Bei der Tiefengeothermie darf er faktisch fast gar nichts (… außer der Investor will auf ein städtisches Grundstück …).
  2. Wenn der Gemeinderat zu einem konkreten eigenen Grundstück NEIN sagt, steht es dem Investor natürlich frei, 200 m weiter ein privates Grundstück zu kaufen und dort dann die Anlage zu errichten …

Liebl macht darauf aufmerksam, dass die Beratungen der Unabhängigen und der Fraktion vor diesem Hintergrund zu sehen sind. Verschärft wird die Situation für die Waghäusler Bürgerinnen und Bürger vor allem durch die aktuellen Koalitionsverhandlungen in Stuttgart, die kaum Einschränkungen bei der Energiewende erwarten lassen. Im Gegenteil! Hürden werden in den nächsten Jahren wahrscheinlich eher ab- als aufgebaut …

Gleiches gilt wohl für Berlin und der anstehenden Wahl.

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Lach, Loch und der Ostrhein: Was hat dies alles mit Kirrlach oder Kirloch (1234) zu tun?

Im Althochdeutschen steht „Ker“ für „Wendung, Biegung, Wegbiegung; Wegscheide“
(http://awb.saw-leipzig.de/).

Der früher von Lachen umgegebene Hoch- und Fixpunkt beim Friedhof (Bild)
ist vermutlich der erste Kirrlacher „Verkehrsknoten“. Er verband drei Ziele:
St. Leon, (Alt)Lußheim und das Hegerfeld (Endpunkt des Weges?).

Aus Kirrlacher Sicht ist es eine Wegescheide, aus dem Blickwinkel von
Altlußheim oder St. Leon war es eine Wendung.


Ist diese „Ker“ namensgebend für Kirrlach?

(Foto: Liebl)

Die Deutschen mögen es, Wörter zusammenzusetzen. Bei manchen ist die Bedeutung auf Anhieb klar, bei anderen nicht. Das Ganze gilt oft auch für Ortschaftsnamen. Kirrlach besteht aus zwei Silben. Viel wurde über deren Bedeutung schon spekuliert. Zwei Varianten hatten sich in der Vergangenheit durchgesetzt. Dabei wurde wahrscheinlich nur wenig zwischen dem unterschieden, was mit guten Gründen als gesichert gelten kann, und dem, was allenfalls Möglichkeit und Hypothese ist:

  • Kirch-Wald: Wald, der sich im Eigentum der Kirche befindet.
  • Kirche-im-Wald: Eine Kirche, die sich im Wald befindet.

Der Vorsitzende des Heimatvereins ist nach langjähriger Auswertung des digitalen Geländemodells, der Google-Luftbilder, der historischen Gewann- und Wegekarten sowie alter Grenzkarten und der Hochwassergefahrenkarten sicher, dass man eine dritte Variante in Betracht ziehen sollte. Demnach wäre „Kerrloch“, so wie der Ortsname noch heute im Dialekt ausgesprochen wird, im wahrsten Sinne des Wortes wörtlich zu nehmen: „Ker“ wäre die im Mittelalter übliche Verkürzung der Wegekehre und „Loch“ (genau so wie „Lach“) eine feuchte sumpfige Stelle (auch Wasserloch oder Wasserlach). 

Somit wäre „Kerrloch“ die Bezeichnung eines markanten Wegepunktes im Gelände.

Bei dem Weg handelt es sich um die kürzeste, fast durchgängige trockene Verbindung zwischen Altlußheim und St. Leon als Teil einer Fernroute von Speyer bis nach Sinsheim und weiter Richtung Bad Wimpfen. Sozusagen der Vorvorgänger der heutigen A6/A61, bzw. der Vorgänger der B39. Lediglich zwei Furten waren zu passieren, beide nördlich von Kirrlach: Die Todtlache (Duttlacher Graben) im Bereich der heutigen Gabel und den Unterlauf der Schleußlach (heute Gießgraben und Kriegbach) im Bereich der Grillhütte/Inselbrücke.

Kirrlach liegt auf einer Niederterrasse im Oberrheingraben. Vor der so wichtigen Wasserregulierung (Duttlacher Graben, Heugraben, Gießgraben, Kriegbach, aber auch Kraichbach, Pfinz und Saalbach; wahrscheinlich schon seit der Römerzeit bis zum neuen Kriegbachpolder in den 1990er Jahren) waren der Reilinger Durchbruch (Lußhardt nördlich von Kirrlach bis zur Kraich) und das Gebiet zwischen Schleußlach und Todtlach für Fuhrwerke faktisch unpassierbares Gelände.

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Rekord-Blutspender geehrt: „Will Menschenleben verlängern“

Quelle: Bruhrainer Wochenblatt (Bild: Katja Hoffmann)

Die Stadt Waghäusel hat einen Rekordblutspender, der bereits 300 Mal sein Blut für seine Mitmenschen hat abzapfen lassen: Es ist Roland Liebl aus Kirrlach, Kommunalpolitiker, Diplom-Mathematiker, Studiendirektor, Kirchenpädagoge, aber auch engagierter Heimatvereinsvorsitzender. Von Oberbürgermeister Walter Heiler erhielt er für diese außergewöhnliche Leistung eine Urkunde und eine Ehrennadel.
Wie kam es dazu?
Als Kind erfuhr der Kirrlacher Roland Liebl, wie sehr Menschen auf Mitmenschen angewiesen sein können. Über drei Jahre lang lag sein Patenonkel hilflos im Krankenhaus: wegen Nierenversagens. Dialysezentren wie heute gab es noch nicht.
Die ganze Zeit, auch in der Adventszeit und an drei Weihnachten hintereinander, besuchte die Familie Liebl den Onkel. Erst später bekam der Petterich eine Organspende – und überlebte: länger als die anderen Patienten, die mit ihm im Krankenhaus lagen. „Ich habe das ganze Leid hautnah miterlebt, alle Sorgen und Ängste, habe noch die Tränen meiner Tante in Erinnerung.“
Für seine vielen Operationen brauchte sein Taufpate viel Blut und somit viele Blutspender. Die damaligen Erlebnisse prägten sich in dem jungen Mann so tief ein, dass er sich ab dem zulässigen Alter, ab 18 Jahren, entschloss, genau aus diesem Grund sein Blut zu spenden. Dabei stellte sich heraus, dass er eine ganz besondere Blutgruppe hatte. Der heute 57-jährige Familienvater ist seither eine gefragte Person.
Ein echter Rekord
Inzwischen kommt Liebl auf über 300 Spenden. Schon bei 150 Blutspenden sprechen manche Medien von einem Rekord. „Wenn ich dazu beitragen kann, Menschenleben zu verlängern, tue ich das gerne – und jederzeit.“
Doch sein Engagement beschränkt sich nicht nur aufs Blutspenden. Wochenlang hat er zeitintensive Fahrdienste für Anna Nowossjolow und Sohn Daniel aus Kirrlach übernommen. Die Familie war aus Kasachstan in die Gemeinde gekommen, um ihrem neunjährigen Sohn mit einem offenen Rücken in Deutschland eine bessere medizinische Versorgung zu ermöglichen. Der Junge saß im Rollstuhl und musste jede Woche nach Heidelberg in die Uniklinik zur Untersuchung. Zu allem Elend starb der Vater mit gerade 36 Jahren. Liebl leistete sofort Hilfe im Stillen, ohne großes Aufsehen.
„Das ist für mich das Allerschönste, in dankbare glückliche Augen zu schauen und ein Lächeln geschenkt zu bekommen.“ Auch an anderen Stellen ist der Kirrlacher für seine Mitmenschen da, etwa als Stadtrat, als Vorsitzender des Heimatvereins und als Mitinitiator der alljährlichen Stallweihnacht auf dem Forlenhof, als aktives Mitglied und Helfer im Integrationsverein und in der Flüchtlingshilfe.

Siehe auch: https://landfunker.de/waghaeusel-300-blutspende-buerger-wird-geehrt/

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Haushaltsanforderungen „Die Unabhängigen“

Im Laufe der jüngsten Monate hat unsere Fraktion insgesamt 38 Anträge und Anregungen
zusammengetragen. Manche waren mit keinen Kosten oder nur mit geringen
verbunden. Es waren keine Anregungen, die wir krampfhaft gesammelt haben.
Nein, sie kamen von den Bürgern, von unseren Bürgern und Bürgerinnen.

Allzu Teures haben wir uns ohnehin abgeschminkt.

Urteilen Sie einfach selbst:

Die PDF-Datei kann hier heruntergeladen werden:

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