Abrissbeschluss für Silos nach drei Jahren endlich vollziehen!

Am 09. Februar 2015 hat der Gemeinderat meinen Antrag zum unverzüglichen Abriss der Silos zugestimmt. Ich habe damals die notwendigen Unterschriften auf dem Neujahrsempfang 2015 gesammelt. Exakt drei Jahre später erwägt OB Heiler medienwirksam auf dem Neujahrsempfang 2018 einen Bürgerentscheid dazu. Die SPD spricht in ihrer Haushaltsrede vom „Durchpeitschen eines Beschlusses“.

Ich erspare mir weitere Kommentare und zitiere stattdessen einen Kommentar und einen aktuellen Leserbriefe aus den BNN. Sie bringen vieles auf den Punkt:

Silos Kommentar

Kommentar aus den BNN vom 13. Januar 2018: … Und ein Bürgerentscheid wäre ohnehin nur dann sinnvoll, wenn es eine konkrete Alternative zum Abriss gäbe. Wer hier eine zündende Idee hat (und einen Finanzierungsplan dazu), sollte sie jetzt vortragen. Oder für immer schweigen. Denn eigentlich hat der Gemeinderat bereits über das Aus entschieden. Sogar schon zwei Mal. Diese demokratische Entscheidung zu akzeptieren, das wäre zur Abwechslung auch nicht die schlechteste Idee.

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BNN vom 17. Janaur 2018: Des OBs Wille geschehe: Nun haben wir sie auch in Waghäusel – die Bürgernähe – die von vielen Parteien beliebt vor Wahlen und nun auch von Oberbürgermeister Walter Heiler, in Waghäusel auf die Fahne des Silo-Abrisses geschrieben wird. Ach nein, es ist ja nur eine persönliche Meinung, und die darf man ja selbstverständlich auch als Oberbürgermeister beim Neujahrsempfang in Ausübung seines Amtes und als Vertreter der Stadt kundtun. Selbst wenn sich dadurch sämtliche gewählten Meinungsvertreter im Gemeinderat der Stadt Waghäusel fragen müssen, warum sie ein Ehrenamt wahrnehmen, um die Stimmen der Stadtbevölkerung zu repräsentieren, sich engagieren in Gesprächen mit den Bürgern und so im Sinne eines demokratischen Prozesses für einen Silo-Abriss entschieden haben. Nein, zählt nicht, wenn ein Oberbürgermeister nun mal eine da-von abweichende – aber ich betone, „persönliche Meinung“, hat. Als Bürger fragt man sich natürlich auch, warum man noch zur Wahl geht. Wenn die gewählten Vertreter im Gemeinderat nicht bei Mehrheitsentscheidungen auch die Rückendeckung der Stadtführung haben. Nicht, dass ich falsch verstanden werde. Man kann und sollte sich konstruktiv mit Themen auseinandersetzen, unterschiedliche Sichtweisen diskutieren, aber dann bei Klarstellung aller verfügbaren Fakten eine Entscheidung treffen. Diese Entscheidung nochmal anzufechten und damit die gewünschte Ruhe wieder ad absurdum zu führen, hilft weder dem Vorankommen der Stadt, noch hilft es zukünftige Kandidaten für die Arbeit im Gemeinderat zu begeistern. aber vielleicht ist das ja auch das Ziel – des OBs Wille geschehe. Jörg Bottler Waghäusel

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Woran scheitern Projekte wie der Silo-Abriss?

2017_12_20_Projekt-Siloabriss

Bei der Beratung des „unkündbaren“ Mobilfunkvertrages im Technischen Ausschuss ging es vor allem und die „Option zur Kündigung beim kurzfristigen Abriss der Silos“. Mit anderen Worten: Sollte der städtische Sachbearbeiter der Vertragsänderung bei der Beratung im Technischen Ausschuss der Stadt anwesend gewesen sein, dann braucht es schon eine Portion „kriminelle Energie“ und solch große Abweichungen in einem Vertragswerk zu realisieren. Ansonsten ist es nach meiner Einschätzung wie in den Bildern treffend dargestellt: Erhebliche Abweichungen zwischen Plan und Umsetzung gehören zum Tagesgeschäft.

Der Abriss der Silos wurde schon seit vielen Jahren immer wieder im Gemeinderat erneut beschlossen. Trotzdem ist sehr lange nichts passiert. Die Silos stehen noch immer. Und die Gefahren für die Öffentlichkeit durch lose Teile wie abgebrochene Dachrinnen und poröse Putzteile nehmen zu. Ich rechne inzwischen fest damit, dass zentrale Bereiche um die Eremitage und die Musikschule aus Sicherheitsgründen gesperrt werden müssen.

Häufige Fehler für Großprojekte sind:

  1. Ohne Unterstützung der Mitarbeiter aus dem Management ist womöglich alles umsonst. Hier: Der Oberbürgermeister hat persönlich eine ganz andere Meinung als die Mehrheit des Gemeinderats.
  2. Man entscheidet sich für den falschen Projektmanager. Hier: Obwohl der Gemeinderat schon seit vielen Jahren wiederholt den Abriss der Silos beschlossen hat, wurde bisher gegenüber dem Gemeinderat noch keine städtische Projektverantwortung bekannt gegeben.
  3. Zu wenige Kommunikation. Hier: Wäre die endgültige Fassung des „unkündbaren“ Mobilfunkvertrages dem Gemeinderat vorgelegt worden, hätte es wohl nie eine Zustimmung gegeben.
  4. Klare Ziele. Hier: Seit über 20 Jahren suchte man nach einer akzeptablen Nutzung für die Silos. Konkrete Angebote gab es mehrfach. Die wollte man dann doch wieder nicht. Umbauen könnte man ja, aber wer zahlt und wie soll es aussehen? Und auch die Befürworter eines Erhaltes haben bis heute noch kein konkretes Konzept …
  5. Zu knappe Finanz- und Zeitpläne. Hier: Es gibt ja noch Kosten-Zuschüsse von bis zu 60 % für die Abrisskosten. Aber auch diese haben ein Enddatum. Ob es im Gemeinderat auch noch eine Mehrheit für den Abriss gibt, wenn die Stadt die Abrisskosten alleine zahlen muss?

Ich persönlich finde es schade, dass der wiederholte Wille des Gemeinderates von der Stadtverwaltung noch immer ignoriert wird. Das steigert nur die Politikverdrossenheit.

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Weihnachten auf dem Forlenhof

Alle Jahre wieder. Inzwischen bin ich im elften Jahr dabei.

Frosted window with Christmas decoration

Die Familie Meerwarth lädt an Heiligabend um 22:00 Uhr auf den Forlenhof zwischen Kirrlach und Waghäusel ein. Gemeinsam mit „Waghäusel Hilft e.V.“, „DIF Integrationsverein“, „Heimatverein Kirrlach“ und dem „Förderverein Musikschule“ organisiert der Förderverein Friedenskirche „Weihnachten auf dem Forlenhof“.

Anschließend gibt es heiße Schokolade, Punsch und Glühwein. Der Erlös ist für einen ambulanten Hospizdienst im Raum Waghäusel bestimmt.

Schirmherr ist OB Water Heiler. Der Aufbau erfolgt am Freitag, den 22. Dezember 2017, ab 14:00 Uhr, der Abbau ist für Mittwoch, den 27. Dezember 2017 um 10:00 Uhr vorgesehen. Helfende Hände sind herzlich willkommen.

Ich freue mich über Ihren Besuch.

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Nach 40 Jahren: Ausbau des Schulstandorts an der Gymnasiumstraße

2017_12_14_Gemeinschaftsschule


In meinem Archiv habe ich einige Kopien aus dem Schuljahr 1977/78 gefunden. Sie sind nach meiner Meinung auch nach 40 Jahren durchaus lesenswert. Schließlich steht gerade die Erweiterung des Schulzentrums um die Gemeinschaftsschule an. Da ist es besonders interessant, welche Ideen schon vor vierzig Jahren beim ersten Bauabschnitt vorlagen: Ganztagesschule, Mensa, Abitur, um nur einige Stichworte zu nennen.

Ich gehe davon aus, dass künftig an diesem Standort wieder sechszügig unterrichtet wird. Ideale Voraussetzungen für die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe zum Erwerb des Abiturs. Dieses Angebot fehlt bisher in der großen Kreisstadt Waghäusel.


JOHANN-PETER-HEBEL-REALSCHULE WAGHÄUSEL

BILDUNGSZENTRUM LUSSHARDT IN WAGHÄUSEL

1. Bauabschnitt: JOHANN-PETER-HEBEL-REALSCHULE

Architekten: Felix-Hennel u.Partner, Akademiestr. 75, 75oo Karlsruhe; Horst Hennel,  Gerhard Felix, Jörg Grimka

Der 1. Bauabschnitt, die Realschule wurde im August 1977 nach 1 3/4-jähriger Bauzeit fertiggestellt und die Schüler konnten zum Schuljahresbeginn 77/78 einziehen.

Die Realschule ist dreizügig, d.h. das Raumprogramm beinhaltet 18 Normalklassen und die erforderlichen Fachklassen für Chemie/Physik, Biologie, Hauswerkküche, Handarbeit sowie Werkräume, Zeichensaal, Musikraum und einen Schreibmaschinensaal.

Die Klassenräume sind im Obergeschoss untergebracht., auf einer Ebene nit der Verwaltungszone und dem Lehrerzimmer. Dia Fachklassen liegen im Erdgeschoss und haben Ausgang ins Freie.

Um mit Sicht auf den Endausbau zusammenhängende Bereiche zu ermöglichen wurden Umnutzungen eingeplant. So wird im Erdgeschoß der Realschule später der musisch-technische Bereich untergebracht. Die jetzt darin vorhandenen naturwissenschaftlichen Räume werden dann in den 2. Bauabschnitt ungelegt. Die dafür notwendigen Installationen sind bereits vorhanden.

Die Realschule mit Hausmeisterwohnung, Trafostation und Fahrradunterstellplätzen ist Teil einer wesentlich größeren Bauanlage, die im Endzustand noch ein Gymnasium, eine Hauptschule, eine große und eine kleinere Sporthalle, eine Mensa sowie eine zweite Hausmeisterwohnung umfassen wird. Zusammen mit den noch zu errichtenden Außenanlagen wie Pausenbereiche, Forum, Außensportplätzen, Parkplätzen und Bushaltestelle wird hier ein zentraler Bereich entstehen, der nicht nur eine Zusammenfassung von mehreren Schulen darstellt sondern als großes Bildungszentrum neben den Schülern auch die Bürger der Gemeinde einlädt, es für Fortbildungen und Veranstaltungen jeglicher Art zu benutzen.

Die drei Schularten Realschule, Gymnasium und Hauptschule werden in einem Gebäudekomplex zusammengefaßt sein, die Fachklassenbereiche und der Vorwaltungsbereich sind zusammengelegt. Die drei Schuleinheiten gruppieren sich um das Pädagogische Zentrum und eine Informationszone und bilden einen zusammenhängenden Bereich mit fließenden Übergängen innerhalb der drei Schularten.

Im Allgemeinen Unterrichtsbereich bilden jeweils 6 Klassen einen sogenannten Raum-Cluster. Im Mittelpunkt davon liegt eine durch Shed-Oberlichter belichtete Lehrer-Station mit teppichbezogenen Sitzbänken als zusätzliches Raumangebot für Arbeitsgruppen, Lehrer-Schüler Gespräche oder sonstige Teamarbeit. Außerdem sind darin Lehr- und Lernmittal untergebracht und die Waschzone für die Klassenräume. Direkt angegliedert sind WC-Räume und die Treppenanlage.

Hier und auch bei den Sitzzonen am Innenhof und in der Treppenhalle des Erdgeschosses wird in Ansätzen die Tendenz zu einer offeneren Schule sichtbar, die im Hinblick auf eine spätere Ganztagsschule an Räumlichkeiten den Schülern und Lehrern mehr bietet als nur Flure und in sich geschlossene Klassenräume.

Der heute im Schulbau aktuellen Forderung nach Variabilität und Veränderbarkeit von Raumgrößen ist Rechnung getragen durch die Möglichkeit des Versetzens von Raumwänden. Darüber hinaus sind die Kopfklassen am Ende der Flurzone jeweils durch Faltwände direkt zusammenschaltbar, ebenso ist je eine Klasse pro Cluster teilbar in zwei Gruppenräume.

Bei Erstellung der Schule ging es uns nicht nur um Erfüllung von Funktionen und Raumprogramm. Schule soll nicht Ort des Lernens allein, sondern auch Ort des Erlebens und des geistigen Auseinandersetzens sein. Die von uns gegebene bauliche Form und die Ausstattung mit sinnvollen, der Anforderung zugemessenen Materialien, so individuell wie möglich auf die einzelne Aufgabe abgestimmt, soll die so oft unterdrückte Individualität der Jugendlichen fördern uni ihnen dabei helfen ihre Persönlichkeit zu finden. Dies in einer Umgebung, die das kommunikative Bedürfnis des Schülers zwanglos unterstützt und ihm eine, der jeweiligen Aufgabe zugemessene individuelle Entfaltungsmöglichkeit schafft.

In diesem Sinne ist die Behandlung der einzelnen Bereiche zu verstehen? Vitrineneinbauten bei Schranken und Trennwänden, die schon erwähnten Sitzgruppen, Sitzbuchten am Innenhof, in dem die natürlich gewachsenen Bäume erhalten blieben, die Werkräume die sich zum Werkhof öffnen, die erdgeschossigen Klassen mit Ausgang ins Theatron, das ebenso für Freiunterricht wie zum Verweilen genutzt werden kann, die Bemalung der Festpunkte mit biologischen Elementen; als Weiterführung des Freiraumes in die Schule, deren Abstrahierung als Anstoß sich damit auseinandersetzen.

Im Außenbereich war es unser Bestreben die Eigenschaften der natürlichen Situation des Waldes zu erhalten, ja durch die Art der Planung und die Wahl der „Materialien vielleicht sogar verstärkt darauf aufmerksam zu machen. Waldrasen, Gräser, Erdhügel und Gehölze sowie Urgestein und braune Klinkerbeläge bilden einen langsamen Übergang von der gewachsenen Umgebung in das Schulgebäude mit ihrem Abschluß im Innenhof.

Auch die Farbgebung ist im Zusammenhang mit der Umgebung des Waldes zu sehen. Die Farben gelb, braun und rot des Schulgebäudes ergänzen sich im Laubwald im Wechsel der Jahreszeiten.

Insgesamt wurde versucht durch individuelle Arbeit des Architekten die monotono Serienfertigung des heutigen Industrieangebotes zu durchbrechen und den Benutzer eine, der Aufgabe angemessene Umgebung zu schaffen. Dies wird erreicht durch die sorgfältige Behandlung des Details und die Wahl der Materialien. Trotz Sonderkonstruktionen, wie die neu konzipierte Lampen für die Klassen, Sonderprofile für die Fassade, die bereits erwähnten Vitrineneinbauten bei Schränken und Trennwänden, zusätzliche Einbauten von Tafel- und Pin-Flächen in Klassen und Fluren, Massivholz als Unterbrechung der Kunststoffbeschichtungen bei den Schränken und anderes war es .möglich, kostengünstig zu planen.

Auch ein Beweis für die Flexibilität des Konzepts ist uns bereits gelungen. Obwohl nur für 18 Klassen geplant, werden im Moment unter Einbezug der Sonderräume 25 Klassen mit insgesamt 33o Schülern unterrichtet – das sind fast 5o % mehr Klassen als vorgesehen – ohne daß es zu Störungen im Schulbetrieb kommt.

Wir hoffen, daß sich Schüler und Lehrer in der geschaffenen Atmosphäre wohlfühlen.

Georg Schalla, Die malerische Gestaltung der Festpunkte

In der Malerei dar Johann-Peter-Hebel-Realschule ist auf den Unterrichtsbezug eingegangen worden, welche auf den Feinbau in der Natur hinweisen soll. Die großflächige ausgeführte Zusammenfassung biologischer Entwicklungsgeschichte sollte den Betrachter zur eigenen Deutung und Auslegung anregen.

Die Gestaltung der Festpunkte soll eine Brücke zur gewachsenen natürlichen Umgebung der Schule und dem verglasten Innenhof schlagen.

1. Festpunkt

Der Festpunkt gegenüber der rechten Eingangstüre beinhaltet organische Lebensgemeinschaften und Vielzeller. Stirnseitendarstellung dieses Festpunktes ist ein kernloser Einzeller nach einer mikroskopischen Vergrößerung. Über der Zelle links oben sieht man die stilisierte Darstellung eines Sprosses mit Sporenähre aus der vegetativen Vermehrung der Farne.

Das links neben der Zelle liegende pflanzlich wirkende Gebilde stellt eine menschliche Nervenzelle mit eingebettetem Auge und Pupille dar. Diese menschliche Nervenzelle soll auf die Verantwortung des Menschen für die Natur hinweisen. Daneben finden sich Chromosomenpaare, Zeichen der Vererbung im Tierreich und ein Verbindungsmotiv zur Stammesentwicklung der Menschenrassen. Auf der Wand ist gelb der Stammbaum des Menschen mit farbigen Zeitabschnitten sowie symbolisch verbundener Kugel der Erde am Fuß des Stammbaumes dargestellt. Längliche grüne Gebilde symbolisieren die Hauptgruppen des Pflanzen- und Tierreichs im Laufe der Erdgeschichte. Neben der linken Tür an der zum Innenhof liegenden Seite des Festpunktes wird mit einer runden Sinneszelle auf die verschiedenen Sinne aufmerksam gemacht.

Auf der rechten Seite des Festpunktes sieht man eine Blüte mit fortfliegenden Staubkörnern. Daneben werden die menschlichen Zellgewebestrukturen groß dargestellt.

Mit der Illustration von Zerfall und Werden im Vogel mit Ei neben der Zelle ist die Malerei an diesem Festpunkt abgeschlossen.

2. Festpunkt

Die Darstellung des zweiten Festpunktes gegenüber der Hausmeisterkabine entwickelt sich aus der ersten heraus.

Auf der Vorderseite dieses Festpunktes befindet sich der Querschnitt einer Blume, links daneben ein pflanzlich großer Zellenausschnitt mit Tochterkolonien.

Darstellung von Pflanzen und Früchten wechseln sich ab. Pflanzen im Wettbewerb um Licht passen sich unter gegebenen günstigen Bedingungen an.

Dabei hemmen die schneller wachsenden unter ihnen die anderen. Die langsamer wachsenden Pflanzen können nur gedeihen, wenn der Mensch hegend und pflegend eingreift.


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BNN-Adventskalender: Klinikbesuch hat geprägt

bnn0000005412138Als Kind erfuhr der Kirrlacher Roland Liebl, wie sehr Menschen auf Mitmenschen angewiesen sein können. Über drei Jahre lang lag sein Patenonkel hilflos im Krankenhaus: wegen Nierenversagens. Dialysezentren wie heute gab es noch nicht. Die ganze Zeit, auch im Advent und an drei Weihnachten hintereinander, besuchte die Familie Liebl den Onkel.

Erst später bekam der Patenonkel eine Organspende – und überlebte: länger als die anderen Patienten, die mit ihm im Krankenhaus lagen. „Ich habe das ganze Leid hautnah miterlebt, alle Sorgen und Ängste. Habe noch die Tränen meiner Tante in Erinnerung, gerade an Weihnachten.“

Für seine vielen Operationen brauchte sein Taufpate viel Blut und somit viele Blutspender. Die damaligen Erlebnisse prägten sich dem jungen Mann so tief ein, dass er sich ab dem zulässigen Alter, ab 18 Jahren, entschloss, genau aus diesem Grund sein Blut zu spenden. Dabei stellte sich heraus, dass er eine ganz besondere Blutgruppe hatte. Der heute 55-jährige Familienvater ist seither eine gefragte Person. Inzwischen kommt der Mathematiker auf sage und schreibe 259 Spenden. „Wenn ich dazu beitragen kann, Menschenleben zu verlängern, tue ich das gerne – und jederzeit.“

Doch sein Engagement beschränkt sich nicht nur aufs Blutspenden. Wochenlang hat er zeitintensive Fahrdienste für Anna Nowossjolow und Sohn Daniel aus Kirrlach übernommen. Die Familie war aus Kasachstan in die Gemeinde gekommen, um ihrem neunjährigen Sohn mit einem offenen Rücken in Deutschland eine bessere medizinische Versorgung zu ermöglichen. Der Junge saß im Rollstuhl und musste jede Woche nach Heidelberg in die Uniklinik zur Untersuchung. Zu allem Elend starb der Vater mit gerade 36 Jahren.

„Das ist für mich Weihnachten, in dankbare glückliche Augen zu schauen und ein Lächeln geschenkt zu bekommen.“ Auch an anderen Stellen ist der Kirrlacher für seine Mitmenschen da, etwa als Vorsitzender des Heimatvereins und als Mitinitiator der Stallweihnacht auf dem Forlenhof, als aktives Mitglied und Helfer im Integrationsverein und in der Flüchtlingshilfe.

(Quelle: BNN vom 13. Dezember 2017, Ausgabe Nr. 287 – Seite 19; ber)

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Ein Hospiz für Waghäusel. Warum eigentlich nicht?

Die moderne Hospizbewegung und die Palliativmedizin sind jünger als ich selbst. Sie entstand zunächst in den 60er Jahren in England. Dort wurde im Jahre 1967 das St Christopher’s Hospice in Sydenham (bei London) gegründet. Von hier aus nahm die heutige Hospizbewegung ihren Anfang.

Was ist ein Hospiz?

Hospiz ist im Sinne von „Sterbehospiz“ und „Unheilbarenhaus“ eine Einrichtung der Sterbebegleitung. In Deutschland wird mit Hospiz meist eine stationäre Pflegeeinrichtung bezeichnet, die oft über nur wenige Betten verfügt und ähnlich wie ein kleines Pflegeheim organisiert ist. Das erste Hospiz in Deutschland wurde 1986 eröffnet, das erste Kinderhospiz 1998). In Deutschland gibt es inzwischen mindestens 234 stationäre Hospize und 304 Palliativstationen in Krankenhäusern sowie über 1500 ambulante Hospizdienste (Stand: April 2016).

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Bei einem Hospiz handelt es sich um eine Institution, die ein Konzept der Sterbe- und Trauerbegleitung verfolgt.

Welche Bedeutung haben Hospize für das Leben?

Hospize wollen das Sterben wieder in das Leben integrieren, dabei steht die Orientierung an den Bedürfnissen der erkrankten Personen und ihrer Angehörigen im Vordergrund. „Palliative Care“ (Sorge um Schmerzfreiheit und Lebensqualität) geht vor  „Medical Cure“ (auf Heilung gerichtete Behandlung), kurz heißt das: Lebensqualität statt Lebensquantität. Das führt in manchen Fällen dazu, dass auf bestimmte Handlungen vollständig verzichtet wird, die in Einrichtungen mit kurativer Zielsetzung notfalls auch gegen den Willen des Patienten durchgeführt würden. Gleichzeitig soll ein Stück Normalität vermittelt werden, was im Krankenhaus oder zu Hause (durch Überforderung der pflegenden Angehörigen) oft nicht mehr gegeben ist.

Laut Umfragen möchten etwa 90 Prozent aller Menschen zu Hause sterben. Tatsächlich sterben nach Schätzungen jedoch etwa 50 Prozent der Menschen im Krankenhaus und weitere 20 Prozent im Pflegeheim. Hospize wollen dabei eine menschenwürdige Alternative sein, wenn eine Krankenhausbehandlung nicht mehr gewollt wird oder aus medizinischer Sicht nicht erforderlich ist (und deshalb von den Krankenkassen auch nicht mehr bezahlt wird), ein Pflegeheim aber aufgrund unzureichender medizinischer und pflegerischer Versorgungsmöglichkeiten bei schwerer Erkrankung nicht in Frage kommt.

Warum gibt es bisher so wenige Hospize in Deutschland?

Wie so oft, letztendlich geht es ums Geld. Bis 2009 zahlten Hospizpatienten einen Eigenanteil von durchschnittlich sieben Prozent zu. Seit 2009 übernahmen die Krankenkassen 90 Prozent der zuschussfähigen Kosten, von dem je nach Pflegestufe ein Teil zu Lasten der Pflegeversicherung ging. Zehn Prozent des Pflegesatzes mussten stationäre Hospize selbst (!) aufbringen. Die gesetzlich verankerten zehn Prozent Eigenanteil der stationären Hospize wurden regelmäßig als unrealistisch bewertet. Tatsächlich würden Hospize teils 30 Prozent der Kosten tragen, was in den wenig erfolgreichen Verhandlungen mit den Krankenkassen um die tagesbezogenen Bedarfssätze begründet ist. 2015 wurde daher das Hospiz- und Palliativgesetz (HPG) erlassen (BGBl. I S. 2114). Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass die Krankenversicherung nun 95 Prozent der zuschussfähigen Kosten stationärer Hospize trägt; außerdem erhalten bisher unterdurchschnittlich finanzierte Hospize für jeden dort aufgenommenen Versicherten einen höheren Tagespflegesatz (von derzeit rund 198 Euro auf rund 261 Euro ab 2016). Dadurch verringert sich der Kostenanteil, den das jeweilige Hospiz selbst tragen muss, auf fünf Prozent. Dieser wird weiterhin überwiegend durch Spenden eingeworben, aber auch durch ehrenamtliche Arbeit aufgefangen. Die auch sonst im häuslichen Bereich übliche Selbstbeteiligung an Arznei- und Hilfsmittelkosten müssen die Patienten jedoch selbst tragen, wenn sie nicht von den Zuzahlungen befreit sind.

2017_09_12_BNN-DIF-Hospiz

Hospize müssen rund fünf Prozent der Kosten selbst tragen. Spenden sind ein wichtiges Fundament.

Welche bauliche Mindestanforderungen bestehen an den Bau eines Hospiz?

  • Wohnbereich: 240 qm insgesamt – 30 qm pro Platz (ggf. inkl. Balkon)
    • 8 Einzelzimmer mit Badezimmer (WC und Dusche); Übernachtung von Zugehörigen sollte auch im selben Zimmer möglich sein.
    • Ggf. Gästezimmer für Zugehörige mit Badezimmer (in angemessener Anzahl)
  • Gemeinschaftsbereich: 80 qm insgesamt
    • Essraum/Essbereich
    • Gemeinschaftsraum/Gemeinschaftsbereich
    • Raum der Stille
  • Funktionsbereich: 250 qm insgesamt
    • Pflegebad
    • Küche
    • Dienstzimmer
    • Lagerräume für Lebensmittel, Hilfsmittel, Wäsche, etc.
    • Besprechungsraum
    • Arbeitsräume (Rein/Unrein) für Pflege und Hauswirtschaft
    • Büroräume
    • Umkleidezimmer für Mitarbeiter (Dusche und WC)
    • Mitarbeiterraum
    • Behindertengerechtes WC/Besucher WC
    • Technikräume
  • Verkehrsfläche: 180 qm insgesamt
    • z.B. Flure, Treppen, Aufzüge

Mein Fazit:

2017_08_LieblWir reden also über rund 1.000 qm Fläche und damit über rund 3 Millionen Euro an Investitionssumme. Dazu kommt die Finanzierungslücke von mindestes fünf (… oder mehr …) Prozent der laufenden Kosten, also rund 50 bis 100 Tausend Euro pro Jahr bei einer Kapazität von acht Betten.

Träger, die diese baulichen Anforderungen realisieren und das Betriebskostendefizit tragen, sind zumeist gemeinnützige Vereine, aber auch Kirchen, gemeinnützige Organisationen und Stiftungen, wie z.B. die Caritas, die Diakonie, die AWO, Dietmar Hopp Stiftung GmbH, usw …

Mit Hilfe eines städtischen Zuschusses (.. Bauplatz … u.a. …) und mit Hilfe von viel Ehrenamt könnte auch in Waghäusel schon jetzt die Weichen für ein eigenes Hospiz gestellt werden. Ich träume davon ausreichend Mitstreiter für die nach meiner Meinung sehr wichtige Einrichtung in Waghäusel finden zu können.

Roland Liebl, im Oktober 2017

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Bestellung zum ehrenamtlichen Gutachter des Gutachterausschusses der Großen Kreisstadt Waghäusel

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Es ist mir eine Ehre, mein Fachwissen zum Wohle der Bürger einbringen zu dürfen. Für den Zeitraum vom 01. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2020 werde ich als ehrenamtlicher Gutachter des Gutachterausschusses der Großen Kreisstadt Waghäusel viel zu tun haben. Ich freue mich auf diese verantwortungsvolle Aufgabe.

Was ist der Gutachterausschuss?

Die Institution „Gutachterausschuss für Grundstückswerte“ wurde in der Bundesrepublik Deutschland 1960 mit dem damaligen Bundesbaugesetz geschaffen. Ziel ist es, durch ein unabhängiges Gremium von Immobiliensachverständigen für Transparenz auf dem Grundstücksmarkt zu sorgen. Dazu erhalten die Geschäftsstellen der Gutachterausschüsse Kopien aller in ihrem Zuständigkeitsbereich abgeschlossenen Immobilienkaufverträge von den Notaren übersandt. Die wertrelevanten Daten aus den Kaufverträgen werden von den Gutachterausschüssen in aggregierter Form in der Kaufpreissammlung geführt. Die Daten werden unter mathematisch-statistischen Gesichtspunkten bei Wahrung des Datenschutzes analysiert und in zusammengefasster Form publiziert. Sie sind Grundlage von Verkehrswertgutachten privater Sachverständiger oder Beleihungswertgutachten der Banken.

Der Gutachterausschuss erstellt auch selbst Gutachten über den Verkehrswert bebauter und unbebauter Grundstücke sowie der Rechten an Grundstücken (Immobilien). Gesetzliche Grundlage ist der § 192 BauGB. Die Aufgaben der Gutachterausschüsse sind in den §§ 193 ff. BauGB geregelt.

Was sind die Hauptaufgaben des Gutachterausschusses der Stadt Waghäusel?

  • Führung der Kaufpreissammlung der Stadt Waghäusel.
  • Jährliche Ermittlung der Bodenrichtwerte.
  • Erstellung von Wertgutachten für bebaute und unbebaute Grundstücke.
  • Ausgabe von Bodenrichtwertbescheinigungen.
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