Stellungnahme von Stadtrat Roland Liebl zur Ablehnung des Haushaltsplans 2019 der Großen Kreisstadt Waghäusel

Normalerweise gilt die Erstellung des Haushaltsplans als „Königsrecht des Gemeinderats“ und wird deshalb auch oft „Sternstunde der Fraktionen, die in den Haushaltsberatungen sichtbar wird“ bezeichnet. Und was haben wir hier in Waghäusel erlebt, für den Haushalt 2019? Ein Schwarzes Loch! (Anmerkung für Nicht-Astronomen: Ein Schwarzes Loch ist ein Objekt, das in seiner unmittelbaren Umgebung eine so starke Gravitation erzeugt, dass weder Materie noch Information diese Umgebung verlassen kann.)

Der Gemeinderat stimmt in der Regel offen ab.“, so der § 37 der Gemeindeordnung. Und für den Haushalt 2019 haben es die fünf Fraktionssprecher unisono geschafft, dass zu keinem einzigen Thema im Rahmen der Vorberatung in der Dezembersitzung überhaupt etwas abgestimmt wurde. Nichts, kein einziges Thema. Nicht einmal, als einer der Fraktionssprecher nach dem Thema WLAN fürs Freibad fragte. Es wäre die Chance gewesen, darüber abzustimmen und zu sehen, welcher Gemeinderat bei der offenen Abstimmung sich wie positioniert. Aber er hörte dann, dass die Fraktionssprecher sich darauf verständigt hatten, dieses Thema finanziell nicht zu berücksichtigen. Punkt. Das war es. Kein Antrag, keine Abstimmung, damit Unklarheit, welcher Gemeinderat sich wie entschieden hätte, wenn man eine Abstimmung durchgeführt hätte …

Nun hat der einzelne Gemeinderat als Solitär kein Antragsrecht, ich damit natürlich auch nicht. Insofern musste ich mich nach der öffentlichen Vorberatung durch Rückfrage auf der Geschäftsstelle des Gemeinderats rückversichern. Dort wurde mir bestätigt: Keine Einzelabstimmung, nicht einmal ein klitzekleines Thema. Nichts, gar nichts, wie wenn ein Schwarzes Loch alle Ideen der Fraktionen aufgesaugt hätte. Das gilt für alle fünf Fraktionssprecher! Jeder hätte zumindest das eine oder andere für die eigene Fraktion interessante Thema zur Abstimmung bringen können, ja müssen, so meine Meinung (CDU: z.B. Glasfaserausbau ; SPD + FW: z.B. Kinderbetreuung;  JL: z.B. WLAN ; NEW: z.B. Grillhütte).

Um es klar zu machen: Der Verwaltung mache ich keinen Vorwurf. Die hat aus meiner Sicht ihren Job gemacht, und dies wahrscheinlich sogar recht gut. Aber die Fraktionen? Warum hören wir dann heute fünf Haushaltsreden, wenn man sich doch so einig ist?

Für mich ist dies zu wenig Demokratie. Ich hätte für die wesentlichen Fraktionsthemen schon sehen wollen, welcher Gemeinderat zustimmt oder ablehnt, eben die Sternstunde des Gemeinderats, bei seiner wichtigsten Disziplin: Dem Haushaltsrecht. Deswegen lehnte ich aus Protest gegenüber dem Verhalten der fünf Fraktionssprecher den Haushaltsplan 2019 ab.

2019_03_05_Nein-zum-Haushalt

Aus dem öffentlichen Protokoll der Gemeinderatssitzung zum Haushalt 2019: Die Stellungnahmen von Stadtrat Uli Roß (CDU), Stadtrat Lutz Schöffel (SPD), Stadtrat Ralf Scheurer (FW), Stadtrat Andtré Jackwerth (JL) und Stadtrat Pierre Marcel Kreuzer (NEW) sind als Anlagen 3-7 Bestandteile dieser Niederschrift. Oberbürgermeister Walter Heiler bedankt sich bei allen Fraktionssprechern für deren sachlichen Ausführungen. Stadtrat Roland Liebl teilt mit, dass er dem Haushaltsplan nicht zustimmen wird. Er begründet dies damit, dass er währen der Vorberatung des Hauhaltsplans Anträge und Abstimmungen vermisst hat. Die Bürger hätten seinen Ausführungen zufolge ein Recht auf öffentliche Abstimmungen. Mindestens zwei oder drei wichtige Themen hätten seiner Meinung nach öffentlich abgestimmt werden sollen.

 

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Fortbildung in Sachen „Sterbebegleitung“ – Einnahmen aus Stallweihnacht für Hospizdienst übergeben

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Vertreter von fünf Vereinen (Waghäusel hilft, Förderverein Musikschule, Förderverein Friedenskirche, Dialog-Integration-Freundschaft, Heimatverein Kirrlach), Carola Meerwarth (links) und Pfarrer Rupp (mitte hinten) bei der Scheckübergabe (Bild: ber)

„Wir wissen, unsere Spende ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber wir möchten damit Aufmerksamkeit wecken, auf das Problem hinweisen und Anstöße geben.“ Bei der Übergabe einer Spenden von 1.200 Euro an die „Ambulanten Hospizgruppe Bruchsal und Umgebung“ betonte Mitinitiator Roland Liebl in Anwesenheit von Vertretern fünf im sozialen und kulturellen Bereich tätigen Organisationen, darunter OB-Stellvertreterin Krimhilde Rolli, Integrationsvereinsvorsitzende Ebru Baz und auch Pfarrer Hartmut Rupp: „Hier ist unser Geld am besten aufgehoben. Der Hospizdienst verdient unsere volle Unterstützung.“

„Sterben gehört zum Leben. Und dennoch ist es das große Tabu unserer Zeit. Für Gedanken ans Sterben gibt es in der Leistungsgesellschaft und in Zeiten der Hochleistungsmedizin keinen Platz. „Ganz, ganz groß“ sei inzwischen der Bedarf, der immer weiter steige, bekundete das Vorstandsteam der Hospizgruppe um Elvira Köhler. Hospize haben es sich zur Aufgabe gemacht, unheilbar Kranke in ihrer letzten Lebensphase im Sinne der Palliative Care zu versorgen.

Um dafür das für die Arbeit nötige Rüstzeug zu haben, bedürfe es immer wieder Fortbildungen und Supervisionen. Das alles koste Geld und müsse über Spenden finanziert werden. 40 Mitarbeiter zähle derzeit die Ambulante Hospizgruppe. „Wir haben keine Lobby, wir sind auf uns allein gestellt“, betont das Team. „Wir sind rund um die Uhr im Einsatz – zu Hause und in Pflegeheimen. Inzwischen bieten wir in jeder Kommune im nördlichen Landkreis unsere Dienste an.“

Mit der übergebenen Spende von 1.200 Euro wird eine dreitätige Fortbildungsmaßnahme für die Schar der Hospizbegleiter – mit Aufenthalt, Verpflegung und Vorträge – unterstützt. Schwerpunkthemen sind: Wie gehe ich mit Komapatienten um? Wie begleite ich sie auf ihrem letzten Weg? Was ist dabei zu beachten?

Und wo kommt die übergebene Spende her? Die Stallweihnacht 2018 auf dem Bauernhof der Familie Dieter und Carola Meerwarth auf Gemarkung Oberhausen hatte nicht nur zu einem beeindruckenden Erlebnis für jeden der etwa 400 Teilnehmer geführt, sondern jetzt auch zu einer stattlichen finanziellen Hilfe für den Hospizdienst. Die Besucher auf dem Forlenhof mussten nichts bezahlen, sie konnten aber spenden. So bekamen die Veranstalter einen schönen Betrag zusammen.

Weil der Heimatverein Kirrlach den Getränkeeinkauf finanzierte, konnte jeder gespendete Euro sofort dem guten Zweck zugeführt werden.

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Die Inschriften am Kirrlacher Kirchturm werden 515 Jahre alt

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(Bild/Grafik: Liebl)

Die meisten christlichen Kirchen haben neben dem Kirchenraum einen Kirchturm – so wie viele Moscheen ein Minarett. Der Turm ist von weit her sichtbar und zeigt den Gläubigen, wo sie sich zum Gottesdienst treffen können. Der Kirrlacher Turm, zumindest die untere Hälfte des heutigen Turms, ist das älteste Kirrlacher Gebäude. Der Turm war zur Bauzeit zugleich Haupteingang zur ebenfalls neu erbauten Kirche, die damals geostet war. Der Altarraum befand sich in Richtung heutigem Schulhof der Goetheschule.

Wer sich mit den historischen Archiven beschäftigt, der erkennt schnell, dass die Kirrlacher Inschriften am Turm schon immer das Interesse der Heimatforscher erweckten. Sie erlauben uns auch nach über 500 Jahren die Datierung des Gebäudes und verweisen auf den Bauherren, Bischof Philipp von Rosenberg. Die obige Grafik zeigt die Inschrift im Original (fotografiert vor wenigen Tagen), als Skizze (aus den über 200 Jahre alten Gerichtsakten im Generallandesarchiv Karlsruhe zum Baustreit, der rund 50 Jahre dauerte), sowie in einem Fachbuch für Kulturdenkmäler (aus dem Jahre 1913).

Die Bedeutung war lange nicht komplett verständlich. Die Inschriften des Großkreises Karlsruhe (1980) kommt bis auf die Jahreszahl zu folgender Einschätzung:

ANNO 1 5 0 4 / INCEPTV(M) EST HOC / OPVS / ALTERA LAVRE(N)CY /

Im Jahr 1504 ist das Werk angefangen worden (am Tag) nach Laurentii

Bedeutung: 11. August 1504

Die Ausführung der Schrift orientiert sich an der frühhumanistischen Kapitalschrift.

Bezüglich der Jahreszahl wird auch manchmal 1507 erkannt (Hans Joseph Mone, Historiker, Karlsruhe, 1827)

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Wenn Kirchensteine erzählen: Die Beschriftung an den Quadern und dem Fenstersturz am Kirrlacher Kirchturm

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Die Schriftzüge sind heute noch am Kirchturm auf der Südseite erhalten. Die Skizze stammt schon aus dem 18. Jahrhundert. Der Kirrlacher Kirchturm ist das älteste erhaltene Gebäude in Kirrlach, zumindest die untere Hälfte davon. (Grafik: Liebl)

Nach langen Recherchen ist es dem Heimatverein inzwischen gelungen, den fehlenden Teil des Schriftzugs am Kirchturm in seiner Bedeutung zu entschlüsseln (siehe Foto). Es wurde schon oft vermutet, dass die drei heute noch am Kirchturm der Kirrlacher Kirche enthaltenen lateinische beschrifteten Steine inhaltlich zusammen gehören.

Ich gehe aktuell von folgender Übersetzung aus: „Im Jahr 1504 ist dieses Werk angefangen worden (am Tag) nach Laurentii“. Das entspricht damit dem 11. August 1504.

Uneinigkeit besteht aktuell vor allem bei der Jahreszahl, denn es könnte auch 1507 heißen. Erschwert wurden die Recherchen vor allem durch die mittelalterlichen Varianten in der Zahldarstellung und der Schrift, so wie der teilweise verkürzten lateinischen Variante, die mit einer Art Lautschrift-Symbolik an einigen Stellen vermischt war (… wie eine liegende geschweifte Klammer, bzw. wie ein Negationsstrich …), sowie dem Hinweis auf die Unterbrechung und Fortsetzung des Schriftzuges (… sieht wie Gänsefüßchen aus …).

Hilfreich waren die Skizzen aus der Zeit um 1790, weil sie noch lesbarer als die heutigen Steine sind, sowie der Kontakt zu Experten für mittelalterliche Inschriften.

Bauherr der damaligen „Acker-Kirche“ (siehe Bild) war Philipp von Rosenberg. Rosenberg, 1479 Student an der Universität Heidelberg, war zunächst Domherr zu Worms und Speyer (1486), dann in Speyer Stiftspropst zu St. German und Mauritius (1492), Domkantor (1495) und Bischof (1504–1513). Durch die beiden heute noch erhaltenen Wappensteine (… ebenfalls in der Grafik zu sehen …) ist er als Bauherr der Kirrlacher Kirche ausgewiesen.

Anmerkung: Mit „Acker-Kirchen“ bezeichnet man Kirchenneubauten, die mangels innerörtlichem Bauplatz notgedrungen auf der grünen Wiese, also dort, wo noch ausreichend Baugelände zur Verfügung stand, errichtet wurden. Die 1504 erbaute Kirche war lange nur einseitig, d.h. nur im Westen, von Häusern umgeben.

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2018 wurden die Schriftzüge auf meine Initiative hin fachmännisch restauriert.

 

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Die Schere auf dem Kirrlacher Taufstein

Nach monatelangen Recherchen und zahlreichen Rückmeldungen hat der Heimatverein Kirrlach eine ganz interessante Spur zur Geschichte des Kirrlacher Taufsteins gefunden. Insbesondere die Schere gab lange Rätsel auf. Während die einen Heimatforscher einen Bezug zur „Durchtrennung der Nabelschnur“ herstellten (Philipp Heiler, Kirrlacher Heimatforscher, Seite 5 im Buch zum Flandrischen Schnitzaltar) sahen andere einen Bezug zum Aberglauben, der im Mittelalter noch sehr verbreitet war. Der Aberglaube fußt u.a. auf der Tatsache, dass sich eine Schere auch in Kreuzform verwenden lässt und demnach manigfaltige „Fähigkeiten“ entwickeln kann, auch für Neugeborene.

Je nach Quelle wurde die Herstellung des Taufsteins bisher auf die Jahre 1507 bis 1510 datiert, also nach Fertigstellung der von Fürstbischof Philipp von Rosenberg finanzierten Kirche, die in der Zeit von 1504 bis 1508 in Kirrlach erbaut wurde. Laut Roland Liebl können die bisherigen Angaben nun konkretisiert werden. Der Kirrlacher Taufstein dürfte nach den neuesten Erkenntnissen knapp zwanzig Jahre älter sein, als bisher angenommen, stammt also eher aus der Zeit von 1480 bis 1495. Der Taufstein war demnach ursprünglich nicht für die damals neue Kirrlacher Kirche bestimmt. Als wichtigstes Indiz gilt die Schere. Sie weist auf den ursprünglichen Auftraggeber des Taufsteins hin: Rudolf II. von Scherenberg, Fürstbischof von Würzburg (verstorben 1495).Wäre der Bischof von Speyer der Auftraggeber gewesen, dann wäre sicher sein eigenes Bischofswappen angebracht worden, so wie wir es noch heute an zwei Stellen an der Kirrlacher Kirche finden.

Zur Frage, wie der Taufstein seinen Weg nach Kirrlach fand, bleibt es spannend. Eine Spur ist der Steinmetz, denn der Taufstein und die damalige Kirrlacher Kirche haben den gleichen Steinmetz. Eine andere Spur führt in die Nähe von Würzburg zur Burg Boxberg der Familie von Rosenberg. Bauherr der damaligen neuen Kirrlacher Kirche war bekanntlich Philipp von Rosenberg, Bischof von Speyer

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Das Straßburger Zeichen basierte auf der Quadratur, das Kölner Zeichen auf der Triangulatur, die Wiener Haupthütte nahm den Vierpaß und die Züricher Hütte den Dreipaß als Grundlage. So konnten eindeutige Masterschablonen entstehen, die für den Fachmann eindeutige Rückschlüsse zur Ausbildungsstätte geben. (Foto: Liebl)

Zur Spur des Steinmetzzeichens hilft ein Auszug aus „Die Bauhütten des Mittelalters“, W. Malota 1989:

>> Beginn Zitat >> Eines der wichtigsten, weil auf die individuelle Person bezogenes Erkennungsmerkmal war das Steinmetzzeichen. Ursprünglich diente dieses Zeichen als Abrechnungshilfe bei der Lohnzahlung bzw. als Versetzhilfe am Bau, später gewann es an Symbolgehalt. Ab dem 12. Jahrhundert wurde dem Gesellen bei seiner Lossprechung sein persönliches Zeichen, das er ein Leben lang in Ehren zu halten hatte, durch den Meister verliehen. Es wurde zusammen mit seinem Namen in das Hüttenbuch eingetragen. Jeder Geselle mußte sein Zeichen lesen, d.h. symbolisch deuten, und stellen, d.h. geometrisch konstruieren können. Dieses Wissen wurde vor Aufnahme eines wandernden Gesellen in eine Hütte geprüft und diente als Schutz vor Mißbrauch. Es durfte nicht verschenkt, verkauft oder verändert werden. Die Baseler Hüttenordnung forderte: „Es soll auch keiner sein Ehrenzeichen, das ihme von einem Handwerk verliehen und vergönnet worden ist, für sich selbs und eigens Gewalt ändern; so es ihm zu ändern vermeinet, solle er es mit Gunst, Wissen und Willen eines ganzen Handwerks tun.“(14) Anfangs konstruierte der Meister die zu verteilenden Zeichen auf der geometrischen Grundlage seines ihm eigenen Zeichens. Um die Zeichen besser vor Schändung und Entwürdigung schützen zu können, wurden sie später jedoch dadurch vereinheitlicht, dass jede Haupthütte einen eigenen Grundschlüssel erhielt, nach dem dann die Zeichen konstruiert wurden. << Ende Zitat <<

Bisher ist es dem Heimatverein noch nicht gelungen, den Namen oder die Ausbildungsstelle des für die 1504-er Kirrlacher Kirche verantwortlichen Steinmetzes zu ermitteln. Die exisitierenden Datenbanken sind bisher kommerziell aufgebaut, d.h. eine Recherche kostet rund 450 Euro. In Paderborn läuft aber ein freies Projekt an, so dass in Kürze mit weiteren Hinweisen zu rechnen ist, so Liebl.

Wegen der strengen Vorgaben der Steinmetzzünfte im 15. und 16. Jahrhundert, stehen die Chancen heute wirklich sehr gut, weitere Informationen zum „Kirrlacher“ Steinmetz zu erhalten. Wo hat er gelernt, wo finden sich noch heute steinerne Zeugen aus dieser mittelalterlichen Meisterhand? Vielleicht findet man sogar noch seinen Namen im Hüttenbuch. Wir brauchen nur noch etwas Geduld, bis die Auswertung der Daten flächendeckend vorangetrieben wurde. Und dank Digitalisierung und Internet darf man hier wirklich optimistisch sein, so Liebl. Letztendlich dürften die zu erwartenden Erkenntnisse auch bei der Suche der Route des Taufsteins aus dem Fürstbistum Würzburg zum Füstbistum Speyer helfen.

Unabhängig davon ist die Auswertung der Fehde zwischen der mächtigen Großfamilie der „von Rosenbergs“ (Bem: Dazu gehört der Bauherr der Kirrlacher Kirche) und dem Würzbuger Fürstbischof „Rudolf II von Scherenberg“ eine weitere erfolgsversprechende Spur. Die Großfamilie der „von Rosenbergs“, war im Gebiet des Würzburger Fürstbistums mit mehrere Linien beheimatet. Und sie war bestens vernetzt, was letztendlich auch der Anlass der Fehde zum Ende des 15. Jahrhundert war: 1486 zog Georg von Rosenberg gegen den Würzburger Bischof Rudolf II. von Scherenberg in Fehde.

(Fortsetzung folgt in ca. zwei bis drei Wochen als eigener Beitrag)

Roland Liebl

10. Februar 2019

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Heiligabend 2018: Ein Zeichen der Herzenswärme – Interkulturelle Feier auf Strohballen im Stall

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IN SCHLICHTEM AMBIENTE feierten Christen, Muslime und Konfessionslose gemeinsam Stallweihnacht auf dem Bauernhof von Dieter und Carola Meerwarth zwischen Oberhausen und Kirrlach. Foto: Schmidhuber

(Waghäusel/Oberhausen) Heiligabend einmal ganz anders: nicht in einer geheizten Kirche mit gepolsterten Bänken und einem geschmückten Weihnachtsbaum, sondern in einem kalten Stall unter einem schlichten Kreuz aus zwei Baumstämmen. Sitzgelegenheiten waren Strohballen, 250 Kühe muhten in Sichtweite. Auf dem Bauernhof von Dieter und Carola Meerwarth zwischen Oberhausen und Kirrlach nahmen die 380 Männer, Frauen und Jugendliche diese Eigentümlichkeit in Kauf.

„Weihnachten und Heimat“: Unter diesem Thema stand die gut einstündige Stallweihnacht. „Was ist eigentlich Heimat?“ Das fragte Pfarrer Hartmut Rupp, um gleich darauf eine Antwort zu versuchen: „Heimat ist Kindheit, Geborgenheit, Erinnerung, Gefühl, Ausdruck von Sehnsucht.“ In drei Kurzinterviews erkundigte sich die Vorsitzende des Integrationsvereins, Ebru Baz, nach den individuellen Heimatdefinitionen.

Ganz anders als die gewohnten Christmetten fiel auf dem Forlenhof das interkulturelle Fest der Geburt Christi aus: Menschen aus verschiedenen Ländern mit verschiedenen Kulturen und Religionen feierten zusammen. Nicht nur untereinander. Niemand grenzte aus. Im Gegensatz zu vielen Ländern der Erde gab es in dem halb offenen Stall noch ein fühlbares „Fest der Liebe“, nicht Intoleranz, Hass, Gewalt. Christen, Muslime und Konfessionslose saßen auf den Strohballen und hörten Gebete. Weiße und Dunkelhäutige sangen zusammen und zeigten, wie Mitmenschlichkeit funktionieren kann.

Inbrünstig stimmten alle in das böhmische Weihnachtslied „Kommet ihr Hirten“ mit ein, wo es heißt: „Nun soll es werden Frieden auf Erden.“ Im landwirtschaftlichen Schuppen beging nicht eine einzige Glaubensgemeinschaft ihre Weihnachtsfeier in vertrauter Runde; fünf Vereine unterschiedlicher Ausrichtung hatten sich zum familiären Fest eingefunden: Integrationsverein, „Waghäusel hilft“, Heimatverein Kirrlach, Förderverein Musikschule und Förderverein Friedenskirche. Wer kam, wollte auch ein Zeichen setzen der Freundschaft, Nächstenliebe und Herzenswärme.

fc6c3955-60f9-446b-91dc-74ee37a21bd0Die Stallweihnacht organisierten und gestalteten Roland Liebl als „Kapo“, Pfarrer Hartmut Rupp, Ebru Baz, Natalie Schwender, Krimhilde Rolli, Friederun Rupp, Ursula Liebl, Tanja Adam und Isolde Vogel. Ein Teil der 380 Besucher musste mit Stehplätzen vorlieb nehmen. Auch musikalisch und gesanglich gab es Superlative, sagte Tanja Adam und verwies auf die Beiträge des Ensembles „Die Damen“ der Musikschule mit ihren Solistinnen und mit den zwei Unterstützern Markus Widdermann und Klaus Müller. Viel Beifall bekam gleichfalls das Duo Firat und Emel Baz. Zu einem großen Vergnügen wurde das von Müller „äm Kerrlocher Dialekt“ vorgetragene Weihnachtsevangelium nach Lukas. Jeder Besucher durfte großzügig verteilte Weihnachtsengel mit nach Hause nehmen. Nach der Feier luden die Organisatoren noch zu einem Umtrunk ein. Die gesammelten Spenden kommen dem Hospizdienst zugute.

 

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Check Wahlprogramm: Parken am Bahnhof Waghäusel

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BNN vom 14. Dezember 2018, Ausgabe Nr. 289, Seite 25 (Bild: Liebl)

40 zusätzliche Parkplätze sind ein deutliche Verbesserung, allerdings noch nicht ausreichend. Weitere Plätze werden in Kürze folgen. Ich bleibe weiter am Thema dran, so wie ich es im Wahlprogramm 2014 auch gefordert habe.

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