Archiv 2007: Kirrlacher Heimatverein übergibt Fotoserie „Flugplatz Kirrlach“ an die Hebel-Realschule

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„Ich wusste vom Flugplatz in Kirrlach nichts“, wandte sich der Vorsitzende des Heimatverein Kirrlach, Roland Liebl, an die versammelten Schülerinnen und Schüler in der Johann-Peter-Hebel-Realschule in Waghäusel, als er im Beisein seines Stellvertreters Ludwig Hillenbrand die seltenen Luftaufnahmen aus den letzten Kriegsjahren an Realschulrektor Herbert Schöttle übergab. Er berief sich dabei auf seinen Kenntnisstand vor 30 Jahren, denn damals wussten nur die älteren Zeitzeugen, was auf und um den Flugplatz in Kirrlach geschah. Sie waren es auch, welche Kurt Maier aus Stuttgart bei seinen Recherchen über den Flugplatz in Kirrlach unterstützten.

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DIE LAGE DES KIRRLACHER FLUGPLATZES nördlich der Landstraße nach Waghäusel erläutert Roland Liebl den Schülern der Johann-Peter-Hebel-Realschule.

Mit Leben erfüllten die damals noch sehr jungen Flakhelfer das Geschehen, als sie sich 2003 im Kirrlacher Taglöhnerhaus trafen, Erinnerungen von vor 58 Jahren austauschten und die dort erstmals gezeigten Fotos kommentierten. Bekanntermaßen lagen im Spätjahr 1944 auf dem Kirrlacher Flugplatz Teile des Schlachtgeschwaders 2, das hauptsächlich Erdkampfeinsätze gegen die US-Truppen im nahen Elsass flog. Im Frühjahr 1945 belegte den Platz die 3. Gruppe des Jagdgeschwaders 53, das hauptsächlich zur Abwehr der alliierten Jagdbomber-Verbände im deutschen Südwesten eingesetzt war. Vor und zu Beginn des Zweiten Weltkrieges beherbergte der Flugplatz die Reichssegelflugschule Kirrlach. Auch nutzten die Heinkel-Werke in Speyer das Gelände zum Einflug ihrer Maschinen, bevor diese an die Verbände der Luftwaffe ausgeliefert wurden. Im März 1945 wurde der Flugplatz vor den näher rückenden Alliierten durch Umpflügen unbrauchbar gemacht.

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NS-Fliegerkorps, Segelfluglager Kirrlach

Kurt Maier war es gelungen vor den Alliierten aus den Archiven bis dahin geheime Aufnahme des Militärs aufzukaufen und mit zeitgenössischen Landkarten regional aufzubereiten. Dank der Marga-Bull-Stiftung wurde die Fotoserie „Flugplatz Kirrlach“ gekauft und jetzt der Realschule als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. „Von der Schule in die Stellung“ heißt auch eine das Thema authentisch ergänzende Video-Dokumentation von Karlheinz Oestreicher vom Mediendienst Waghäusel, welche ebenfalls auf diese wechselvolle Zeitepoche im Kirrlacher Ortsgeschehen eingeht.

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Kreuzungsbereich Nördliche / Südliche Waldstraße und Waghäuseler Straße beim Kirrlacher Sportplatz

Der schulinterne Fachleiter für Geschichte, Artur J. Hofmann, freute sich über diese heimatkundliche Spende und plant, Schüler mit besonderer Kenntnis und Liebe zu diesem Thema in den geschichtlichen Arbeitsgemeinschaften als Multiplikatoren in anderen Klassen zu senden und so die Erinnerung an ein prägendes Kapitel der Geschichte als Selbstläufer zu erhalten.

Seine Schüler heute seien mit den damaligen Flakhelfern altersgleich und sollen erkennen, wie und wozu Demagogie fähig ist. Mit der Zusicherung für einen würdigen Platz der Dokumentation in der Schule bedankte sich Rektor Schöttle beim Heimatverein.

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