Hochwassergefahrenkarten „Nördlicher Oberrhein“ – Auswirkungen auf Kirrlach!

Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat am 23.01.2013 die Hochwassergefahrenkarten für das Gebiet „Nördlicher Oberrhein“ veröffentlicht. Damit traten diese Gefahrenkarten hinsichtlich bestimmter Festlegungen gemäß § 77 ff. Landeswassergesetz mit der Auslegung bei den Gemeinden in Kraft und geben Aufschluss über Überflutungsfläche und Überflutungstiefe in den potenziellen Hochwassergebieten. In Waghäusel ist davon vor allem der Nordosten und Osten von Kirrlach (Ostendstraße und alle davon östlich gelegenen Straßen, Teile der Rhein-, der St. Leoner, der Werder- und der Kronauer Straße) betroffen.

2014_10_Hochwasserkarte-Kirrlach

Überflutungsflächen Kirrlach – Kriegbach

Die Auswirkungen sind weitreichend, wie Bauherren inzwischen erfahren konnten. Im Gemeinderat gab es keine klärenden Infos, trotz mehrfacher Nachfrage von mir. Deswegen hake ich über die CDU-Fraktion nach:

2014_09_23_Antrag

Hier zur Info unsere Pressemeldung vom letzten Jahr:

09. April 2013

Waghäuseler Hochwassergefahrenkarte
Überraschung und große Sorge beim Kriegbach – besonders gravierend könnten die innerörtlichen Auswirkungen im Stadtteil Kirrlach sein

Mit großer Überraschung und Sorge hat die Fraktion die Information im Gemeinderat zur Kenntnis genommen. Seit dem 1. März liegen die neuen Hochwassergefahrenkarte im Rathaus für jedermann zur Einsichtnahme aus. Im Internet findet man sie unter www.hochwasser.baden-wuerttemberg.de

Dass bei Hochwasser bestimmte Gebiete möglicherweise überschwemmt werden, ist altbekannt. Man wusste und weiß, dass sich das Hochwasser vom Kriegbach seinen Weg bahnt. Das Wissen füllt die Annalen des Heimatvereins Kirrlach und war auch ausschlaggebend für den Polterbau südöstlich vom Kirrlacher Vogelpark. Neu ist, dass die EU strenge Vorgaben gemacht hat, die nun auch innerörtliche Straßenzüge betreffen.

Konkret geht es um die Bauleitplanung, so Fraktionschef Roland Liebl. Diese ist in den ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten für das 100-jährige Hochwasser anzupassen. Betroffen sind viele 100 Gebäude im Osten und Nordosten von Kirrlach. Besonders tragisch: Die Hauseigentümer und Bewohner, sowie der gesamte Gemeinderat, waren bis vor wenigen Tagen noch nicht vorgewarnt. Beim Thema Hochwasserschutz hatten viele den Rhein oder den Neckar vor Augen und nicht den Kriegbach.

Folgende Vorgaben bestehen nach aktueller Gesetzeslage: In festgesetzten Überschwemmungsgebieten ist untersagt (…) die Ausweisung von neuen Baugebieten in Bauleitplänen oder sonstigen Satzungen nach dem Baugesetzbuch (…) die Errichtung oder Erweiterung baulicher Anlagen nach den §§ 30, 33, 34 und 35 des Baugesetzbuchs (…), wobei Ausnahmen und Übergangsregelungen möglich sind.

Für die CDU-Fraktion geht es jetzt um die Information im Gemeinderat: Wie sind die im Internet veröffentlichten Karten entstanden? Welche Annahmen liegen zugrunde? Wie sieht ein optimaler Hochwasserschutz aus?

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Gemeinderat abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Hochwassergefahrenkarten „Nördlicher Oberrhein“ – Auswirkungen auf Kirrlach!

  1. Erhard Schmitteckert, Goethestr. 15, Tel 1614 schreibt:

    Die Hochwassergefahr, die gleichzeitig eine Grundwasseranstiegsgefahr darstellt, ist eine jahrhundertlange Erfahrung in Kirrlach. Im Jahre 1908 waren die blauen Flächen alles Wasserflächen. „Das Wasser kam vom Kriegbach (Dammbruch) aus dem Wald bis an den Ortsrand“, schrieb Franz Müller ( 1881 – 1953) in seiner Chronik. Auch in den Jahren nach 1960 kam es mehrmals zur Ausuferung des Kriegbachs. Deshalb wurden Maßnahmen ergriffen, die eine Ausuferung des Kriegbachs begrenzen. Die wesentliche Maßnahme stellt das Kriegbachpolder dar, das eine gesteuerte Füllung erlaubt. Seit Erstellung des Polders- vor der Jahrhundertwende- ist erst 2 mal Wasser in den Polder geflossen. Auch wurden die Dämme des Kriegbachs erhöht. Die Entleerung des Polders erfolgt durch Einleitung in den Kriegbach nach wenigen Tagen. Eine weitere Wasser- Barriere, für den Fall, dass das Polder nicht ausreicht, stellt der inzwischen erfolgte Straßenbau dar. Die Umgehungsstraßen südlich und östlich der L 555 verhindern, dass Oberflächenwasser bis an den Ortsrand gelangen kann.
    Eine Hochwassergefahr für den bebauten Teil von Kirrlach besteht aufgrund der oben genannten Maßnahmen nicht mehr. Die Hochwassergefahrenkarte ist für Kirrlach nicht mehr aktuell.
    Erhard Schmitteckert
    15.10.2014

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s