Gewerbepark Eremitage: Bringt der Tunnelblick das Bauprojekte in Schieflage?

Im Focus Nr. 17/15 vom 18. April 2015 ist auf Seite 99 ein interessanter Bericht:  „Entscheider überschätzen sich. Große Bauprojekte scheitern am Tunnelblick der Manger“, so das Fazit einer Studie des Wirtschaftsforscher Andreas Pfnür. Elbphilharmonie, der Berliner Flughafen oder Stuttgart 21 werden als Beispiele aufgeführt.

Hier einige zentrale Aussagen der Studie, die mich irgendwie an unser Waghäuseler Großprojekt „Erschließung Gewerbepark Eremitage“ erinnern:

  • Eine bedeutende Fehlerquelle liegt in der Wahrnehmung der Entscheider – die ist häufig total verzerrt. Die öffentliche Hand schneidet dabei am schlechtesten ab.
  • Die Entscheider überschätzen sich selbst, was zu einer Art Tunnelblick führt.
  • Sie bewerten Risiken nicht falsch, sondern erkennen sie gar nicht mehr. Dieses Phänomen wird noch verstärkt, wenn es den Entscheidern an Fachwissen mangelt.
  • Wenn Bürgermeister selbst entscheiden, sollten sie sich bewusst machen, dass sie nicht immer rational handeln

Ich erspare mir an dieser Stelle weitere Kommentare und verweise auf die folgenden kommentierten Bilder, die bekanntlich mehr als 1.000 Worte sagen:


 Siloabbruch, Wagbachverlegung/Bestandsgraben und Wasserfledermaus:

2015_04_18_bnn0000002977374

BNN vom 18. April 2015: Obwohl der Silo-Rückbau schon seit rund zehn Jahren diskutiert wird, merkt die Verwaltung erst jetzt, dass es noch Mietverträge mit Mobilfunkanbietern gibt, die „Schwierigkeiten“ bereiten. Kosten und Zeitverzögerungen sind vorprogrammiert. Bei der Kostenschätzung für den Haushalt 2015 wurde genau zu dieser Position sehr viel geprüft (… und übersehen …).

06.02.2015 006 (Mittel)

Die Kosten für die Wagbachverlegung waren Ende 2013 noch mit dem Hinweis versehen: „Die Kosten im Tiefgestade (Anm: Bestandsgraben, ca. 600 m. im Naturschutzgebiet) sind noch nicht ermittelt“. Im März 2015 sind die Ausbaukosten angeblich enthalten, ohne dass man die Zahlen an dieser Position angepasst hat. Man darf gespannt sein, wann dieses Thema mit einem unerwarteten Nachschlag auf die Tagesordnung kommt. (Bild: Roland Liebl)

2015_02_KHC-Orden

Liest man die Wasserrechtliche Genehmigung im Original, dann kann man kaum glauben, dass die Kosten für den Schutz der Wasserfledermaus mit 20.000 Euro „erledigt“ sind. Ich vermute einen Faktor, den man eher in Zehnerpotenzen misst. (Bild: Klumpp).

 

 

 


2015_04_07_Johann-Philipp-Becker-Allee

Darstellung mit dem verlegten Wagbach (Bild: Stadt Waghäusel)

 

2015_04_06_kein-Gegenverkehr-möglich

Rückbau der Bischof-von-Rammung-Straße. Sie ist künftig Wagbachbett und -strand (Bild: Liebl).

Johann-Philipp-Becker-Allee: Der Name lässt mehr vermuten, als sich dahinter verbirgt. Auf fast 250 Meter Länge ist diese künftige Erschließungsstraße für die Eremitage (Haupteingang Kirrlacher Tor), den Parkplatz West des Bahnhofes, sowie das Wohngebäude und das Martin -vom-Cochem Haus beim Kirrlacher Tor viel zu eng für den Straßenverkehr.

2015_04_08_Bewegungsspielräume

Üblich waren für die letzten Bebauungspläne der Stadt Waghäusel auch in Sackgassen am Ende noch 5,50 Meter Straßenbreite. Mit weniger als 4,15 Meter unterschreiten wir alle Vorgaben der „Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen – ES V (Erschließungsstraße – kleinräumig)“ Bildmodifikation: Liebl

 

IMG_2528

Zwei Smarts kommen aneinander vorbei, zwei PKWs nur im Schritttempo. Wenn die Müllabfuhr kommt, dann geht gar nichts mehr. Aber: Augen zu und durch, so die Verwaltung der Stadt Waghäusel. Die Straße ist breit genug (Quelle: Öffentliche GR-Sitzung im März 2015), auch wenn alle anderen Erschließungsstraßen der Stadt zuletzt mindestens 5,50 Meter breit werden mussten (Bild: Liebl)

 

IMG_2529

Knapp 4,15 Meter, das ist die breiteste Stelle auf rund 250 Meter Länge der künftigen Erschließungsstraße zur Eremitage (Eingang Kirrlacher Tor), dem Martin-von-Cochem-Haus und dem Parkplazt West des Bahnhofes Waghäusel (Bild: Liebl)

IMG_2530

Nicht einmal vier Meter verbleiben an der engsten Stelle. Aber: Das passt schon! Ich bin gespannt wie lange und wie viele Euros! (Bild: Liebl)


Grundwasser: 

2014-04-23 14.46.31 (Groß)

Artesischer Brunnen, der seit nunmehr fast zwei Jahren ununterbrochen auf der geplanten Wagbachtrasse sprudelt. Das gilt aber nicht als Nachweis, dass der Gundwasserspiegel hier über dem Erdboden liegt (… der Fachmann spricht von gespanntem Grundwasser …). Mehrkosten? Man darf gespannt sein. (Bild: Erhard Schmitteckert)

 

 

 

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Gemeinderat abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s