Unbelegte Behauptungen als Führungsinstrument – Neue Geschäftsordnung der Evangelischen Kirchengemeinde Waghäusel?

Die Geschäftsordnung  eines Gremiums ist nach Wikipedia die Gesamtheit der Bestimmungen, die das Funktionieren eines Parlaments, einer Behörde, einer Partei, eines Vereins u. Ä. regeln. Nicht immer existiert eine geschriebene Geschäftsordnung: Vielmehr werden meist bestimmte Verfahrensweisen schon seit langer Zeit als Gewohnheitsrecht praktiziert und sind als geltende Richtlinien allgemein anerkannt.

Für den 2013 neu gewählten evangelischen Kirchengemeinderat in Waghäusel sind folgende Regeln als Geschäftsordnung nach außen erkennbar geworden und sollen auch von den in der Gemeinde tätigen Ehrenamtlichen, insbesondere den Mitgliedern des Fördervereins Friedenskirche, mit Duldung des Prälaten, des Dekanats und des Oberkirchenrates, anerkannt werden (Stand: 8. Mai 2015):


  1. Paragraph: Die Kirchengemeinderatsvorsitzende Frau Remdt und ihre Stellvertreterin Frau Hoffmann haben immer Recht.
  2. Paragraph: Haben die Kirchengemeinderatsvorsitzende oder ihre Stellvertreterin einmal nicht Recht, so tritt automatisch Paragraph 1 in Kraft.

Hier in Kürze die wichtigsten Ausführungsbestimmungen zur Umsetzung des zweiten Paragraphen:

  1. Fehlen Zahlen, Daten und Fakten, dann ist unverzüglich eine geeignete und passende Behauptung in den Raum zu stellen, vorzugsweise frei erfunden. Das achte Gebot ist dabei ggf. außer Acht zu lassen (mehr Infos dazu: bitte diesen Blogbeitrag anklicken).
  2. Wird die unbestätigte Behauptung als solche erkannt, so ist unverzüglich ein Schweige-Bann auszusprechen und der Respekt im gegenseitigen Umgang einzufordern (Anm: Wer jetzt noch öffentlich Verlautbarungen macht, der hat keinerlei Respekt vor seinem Gegenüber und verdient allein schon deshalb kein Gehör mehr; gilt z.B. auch für diesen Blogbeitrag).
  3. Danach ist die unbestätigte Behauptung so lange zu wiederholen, bis das Gegenüber aufgibt und damit der erste Paragraph wieder gilt (Anm: Unbestätigte Behauptungen, denen nicht widersprochen wird, werden unwillkürlich zur Wahrheit).

Das ist leider keine verspäteter Aprilscherz, sondern gelebte Waghäuseler Realität im 21. Jahrhundert! Die Verantwortung dafür tragen namentlich die gewählten Mitglieder des evangelischen Kirchengemeinderates Waghäusel, die ggf. die jeweiligen Mehrheitsbeschlüsse fassen:

  • S. Remdt, Kirchengemeinderatsvorsitzende, Wiesental
  • C. Hoffmann, Gemeindepfarrerin und stv. Kirchengemeinderatsvorsitzende, Philippsburg
  • M. Miceli, Gemeindediakon, Wiesental
  • D. Born, Kirchengemeinderat (Anm: erfahren und bekannt kritisch), Oberhausen
  • H. Gent-Emmert, Kirchengemeinderat, Waghäusel
  • Prof. Dr. U. Grünhaupt, Kirchengemeinderat (Anm: Rücktritt am 15. Dezember 2014 aufgrund der aktuellen Vorgänge), Oberhausen
  • M. Holzwarth, Kirchengemeinderat (Anm: erfahren), Wiesental
  • F. Körner, Kirchengemeinderat, Hambrücken
  • U. Liebl, Kirchengemeinderätin (Anm: erfahren und in Auszeit seit 23. September 2014 aufgrund der aktuellen Vorgänge), Kirrlach
  • L. Wegner, Kirchengemeinderätin, Wiesental

2015_05_08_unbelegte-Behauptungen

Aus dem Schreiben vom 7. Mai 2015 des Fördervereins an die Kirchengemeinde (Kopie an: Kirchenbezirk, Prälat, Oberkirchenrat): „Wir bitten um Klarstellung gegenüber dem Förderverein Friedenskirche Waghäusel, dass diese von leitenden Mitgliedern des Kirchengemeinderates getätigte Aussagen jeglicher Wahrheit entbehren und erwarten Ihre Antwort bis zum 31.05.2015.“ (Bild: Roland Liebl)

Der aufmerksame Leser wird an dieser Stelle berechtigt feststellen, dass noch keine Zahlen, Daten oder Fakten von mir genannt wurden, wann und wo die evangelische Kirchengemeinde mit unbelegten Behauptungen gearbeitet hat. Hier einige aktuelle Beispiele aus den „zahlreichen Gesprächen und Verhandlungen zwischen Gemeinde und Verein, auch unter Einbeziehung der Leitung des Kirchenbezirks und der Landeskirche“ (vergl. Mitteilungsblatt vom 24. April 2015, Evangelisches Pfarramt, Aktuelles aus der Kirchengemeinde, veröffentlicht in Hambrücken, Oberhausen-Rheinhausen und Waghäusel):

  1. Eigenmächtige Reparaturen: Im ersten Gespräch unter Einbeziehung der Leitung des Kirchenbezirks und der Landeskirche am 21. Januar 2015 wurde von Frau Pfarrerin Hoffmann u.a. ausgeführt, dass der Förderverein „Reparaturen an der Friedenskirche ohne Erlaubnis der Kirchengemeinde“ vornehmen würde. Trotz Rückfrage in der Sitzung wurde keine einzige Reparatur benannt, die so erfolgt sein soll. Der Förderverein legte unmittelbar nach der Sitzung den per Fax-Protokoll belegten Schriftverkehr mit dem Pfarramt vor, aus dem z.B. die Dachreparatur in allen Details, incl. den Absprachen mit dem Pfarramt, hervorgeht. Konsequenz: Es gilt der obige Paragraph 1, auch wenn das Gegenteil belegt wurde …
  2. Abgelehnte Spende über 500 Euro: Auch hier wurde nach langen Diskussionen ein Kirchengemeinderatsbeschluss des Vorgängergremiums frei erfunden (mehr Infos dazu: bitte diesen Blogbeitrag anklicken). Konsequenz: Es gilt der obige Paragraph 1, auch wenn das Gegenteil belegt wurde …
  3. Taizé-Gottesdienste: Das vorläufige Ende wurde durch einen erfundenen Kirchengemeinderatsbeschluss herbeigeführt (mehr Infos dazu: bitte diesen Blogbeitrag anklicken). Herrn Prof. Dr. Grünhaupt, Protokollant der besagten Sitzung, war nichts davon bekannt. Grünhaupt hat als Konsequenz sein Amt als Kirchengemeinderat niedergelegt. Die Taizé-Gottesdienste wurden aber trotzdem nicht wieder fortgesetzt, der erfundene Beschluss wurde auch nicht zurückgenommen (eine Kopie des Schreibens kann bei mir eingesehen werden).  Konsequenz: Es gilt der obige Paragraph 1, auch wenn das Gegenteil belegt wurde …
  4. Zwei = Zahlreich! Üblicherweise zählt man eins, zwei, drei, … und dann kommt irgendwann „zahlreich“. In Waghäusel gab es laut Kirchengemeinde „zahlreiche“ Verhandlungen (vergl. Mitteilungsblatt vom 24. April 2015, Evangelisches Pfarramt, Aktuelles aus der Kirchengemeinde, veröffentlicht in Hambrücken, Oberhausen-Rheinhausen und Waghäusel). Der erste Termin war am 21. Januar 2015, der zweite am 12. Februar 2015. Zwei = Zahlreich! Konsequenz: Es gilt der obige Paragraph 1, auch wenn das Gegenteil belegt wurde …
  5. Die Aufzählung könnte noch problemlos fortgesetzt werden, auch mit ganz aktuellen  schriftlichen Bestätigungen aus dem Dekanat (Anm. die Formulierung aus dem Dekanat ist noch mehr als wohlwollend für die Pfarrerin gewählt; in der freien Wirtschaft oder der Politik würden bei vergleichbarer Sachlage sofort eine Rücktrittsforderung für die Verantwortlichen im Raum stehen) die belegen, dass von der lokalen Kirchenleitung mit erfundenen Kirchengemeinderatsbeschlüssen gearbeitet wird.

Fazit: Bis heute (Stand: 8. Mai 2015) musste die Kirchenleitung noch keine einzige unbelegte Behauptung in Ausübung des Kirchenamtes zurücknehmen, selbst bei Vorlage von erdrückenden Zahlen, Daten und Fakten, die das Gegenteil belegen (es gilt offensichtlich der Paragraph 1 von oben). 

1. Anmerkung: Mir liegen noch weitere, meist ehrverletzende unbelegte Behauptungen vor, die ich mit Rücksicht auf die Betroffenen, hier (noch) nicht öffentlich nenne. 

2. Anmerkung: Es versteht sich von selbst, dass die Abhaltung der jährlich vorgeschriebenen Gemeindeversammlung vollständig überflüssig ist, wenn man sich nach dieser neuen Geschäftsordnung richtet. 

Frage: Wie lange kann der Landesbischof, angesichts des wiederholten vorsätzlich Fehlverhaltens von kirchlichen Amtsträgern, noch die Augen verschließen?


 

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