Theorie und Praxis – Teil 2 des Verkündigungsteils – Gottesdienst als Gegenbild zur Welt

Theorie: „Und es braucht ein Miteinander, eine große Achtung vor dem Dienst der anderen.“

(Quelle: Verhandlungen der Landessynode der Evangelischen Landeskirche in Baden vom 8. April bis 12. April 2014; Dr. Kreplin)

Und Jesus sprach:

Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an.

Aber so ist es unter euch nicht!

Sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein.

Und der Geist spricht:

Ihr wisst, wie es zugeht in dieser Welt: Da gibt es die, die oben stehen, und jene, die unten sind, da bestehen klare Hierarchien und feste Rangordnungen. Da gibt es diejenigen, die Anweisungen aussprechen, und jene, die Anweisungen umzusetzen haben. Da gibt es die Wichtigen, die Entscheidungsträger und die Unwichtigen, die Befehlsempfänger. 

Aber so ist es unter euch nicht!

Wenn ihr Gottesdienst feiert, dann wirkt ihr zusammen in einem Team. Dann ist das Wort des Pfarrers nicht richtiger als die Idee der Kantorin, dann ist der Dienst des Ältesten nicht wichtiger als die Arbeit der Kirchendienerin. Da braucht es viele Gaben, damit der Gottesdienst einen Raum eröffnen kann für Gott. Und es braucht ein Miteinander, eine große Achtung vor dem Dienst der anderen. Es braucht auch ein kritisches Gespräch über Gelungenes und Misslungenes – aber getragen vom gegenseitigem Respekt.

Praxis: „Kein Miteinander und nicht wahrnehmbare Achtung vor dem Dienst der anderen; … und wenn man nachfragt, bzw. sich nach Wochen der Dikussionsverweigerung wehrt, dann wird einem der fehlende Respekt vorgeworfen. Gefühlt: Da gibt es diejenigen, die Anweisungen aussprechen, und jene, die Anweisungen umzusetzen haben. Da gibt es die Wichtigen, die Entscheidungsträger und die Unwichtigen, die Befehlsempfänger. „

Einberufung einer Gemeindeversammlung nach Artikel 22 Abs (3) GO

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe gemäß Beschluss der Mitgliederversammlung des Fördervereins Friedenkirche Waghäusel vom 10. April 2015 den Auftrag erhalten, Themen und Unterschriften von wahlberechtigten Gemeindemitgliedern für eine außerordentliche Gemeindeversammlung zu sammeln und Ihnen vorzulegen. Dies tue ich hiermit. Ziel ist es, die Wiederherstellung der Mitbeteiligung  der Gemeindeglieder zu gewährleisten, insbesondere in grundsätzlichen Fragen des Gemeindeaufbaues und bei wesentlichen Veränderungen in der Gestaltung der Gemeindearbeit und den gemeindlichen Arbeitsformen.

Vorab zur Abgrenzung:

Die aufgeführten Themen waren allesamt schon rund ein Jahrzehnt eingeführt, bevor die allermeisten Kirchengemeinderatsmitglieder, die Kirchengemeinderatsvorsitzende, der Gemeindediakon oder die Pfarrerin ihren Dienst in der Gemeinde aufgenommen haben.

Es handelt sich damit ausnahmslos um Aktivitäten (auch „best practice“, bzw. Erfolgsmethoden genannt), bei denen das Leitbild der evangelischen Landeskirche zur Einbeziehung von ehrenamtlichen Gemeindegliedern mit ihren Gaben und Fähigkeiten nach unserer Auffassung schon vorbildlich gelebt wurde.

Folgende Besprechungsgegenstände wurden mir rückgemeldet:

  1. Leitbild der Evangelischen Landeskirche Baden: Wie erfolgt die Umsetzung in Waghäusel? Konkret:
    1. “Ehrenamtlich und beruflich Tätige nehmen in einer Atmosphäre des Vertrauens gemeinsam Verantwortung für die ganze Kirche wahr, indem sie sich team- und gabenorientiert einbringen”.
    2. „GABENORIENTIERTE MITARBEIT UND GEMEINDEENTWICKLUNG NIMMT DIE CHARISMEN DER GEMEINDEGLIEDER ERNST. Sie macht Gemeinde zu einem Ort, an dem sich Menschen mit dem einbringen können, was sie gern und gut machen, und in Bereichen, in denen ihr Herz schlägt. So ist sie offen für Veränderungen und neue missionarische Aufbrüche. GABENORIENTIERTE GEMEINDEENTWICKLUNG FÖRDERT EIN KLIMA DER GEGENSEITIGEN WERTSCHÄTZUNG“.
    3. Als Beispiele (… die weiter unten nicht separat genannt sind …):
      1. Ökumenischer Kreuzweg => eingestellt
      2. Lebendiger Adventskalender => eingestellt
      3. Osternacht 22:00 Uhr Friedenskirche => eingestellt
      4. Sommerfest, Weihnachtsbaum, Osterkerze, Frostschutz, Grünpflege u.a. sind nach der Aussperrung des Fördervereins (Schlüsselentzug) nicht mehr erwünscht => eingestellt
  1. Absetzung der seit November 2005 eingeführten monatlichen Taizè-Gottesdienste in der Friedenskirche, welche durchschnittlich mit ca. 30 Besuchern besucht wurden. Die Gottesdienste wurden nach reger Beteiligung aus der Kirchengemeinde (Gemeindeversammlung am 3. Mai 2005, anschließende Beratung im Kirchengemeinderat, als Ergebnis Runder Tisch am 20. September 2005) eingeführt. Die Absetzung erfolgte ohne jede Information oder Beteiligung.
  1. Einsatz der in Waghäusel lebenden Pfarrer i.R. Fritsch und Pfarrer i.R. Prof. Dr. Rupp für die Gemeindearbeit seit Januar 2015.
  1. Auskunft über die Entwicklung der aktuellen Besucherzahlen der Gottesdienste in Oberhausen-Rheinhausen und der Friedenskirche nach Beginn der von vielen Ehrenamtlichen als Gängelei empfundenen Aussagen und Handlungen des Kirchengemeinderates. Als Referenz mögen die durchschnittlichen Kennzahlen der Jahre ab 2010 und die aktuellen Zahlen seit Januar 2015 beraten werden.
  1. Das traditionell gut besuchte Osterfrühstück in Oberhausen wurde trotz der Gegenbitte des Projektteams Oberhausen-Rheinhausen 2014 erstmalig gestrichen („zu opulent“).
  1. Papiersammlung der Kirchengemeinde in Oberhausen-Rheinhausen.
  1. Grünpflege Friedenskirche und Rückgabe einer Spende von 500 Euro (mit Option für weitere 500 Euro) welche von der Kirchenleitung und dem Pfarrgemeinderat abgelehnt wurden mit der Begründung eines Kirchengemeinderatsbeschlusses aus 2005, welcher keine Zusammenarbeit mit dem Förderverein zulässt. Diesen angeblichen Beschluss gibt es gar nicht! Trotzdem wird immer wieder damit argumentiert.
  1. Andachten in den Seniorenresidenzen. Gab es Absagen durch die Kirchengemeinde, obwohl ein Einsatz von z.B. Pfarrer Fritsch möglich und gewünscht war?
  1. Angeblich wurde die reguläre Gemeindeversammlung im Dezember 2014 abgesetzt und nicht wieder neu angesetzt, um Kritik aus der Gemeinde „aus dem Wege“ zu gehen.
  1. Verweigerungshaltung der Kirchenleitung zu einem gemeinsamen Gedankenaustausch mit den Ehrenamtlichen (Förderverein, u.a.). Dieser wurde bereits mehrfach gewünscht (schriftlich und mündlich), aber nie terminiert.
  1. Rücktritt des Kirchengemeinderats Prof. Dr. Grünhaupt.

Die Gemeindeversammlung sollte kurzfristig durchgeführt werden und ortsüblich (z.B. im Gemeindebrief Kontakt) bekannt gegeben werden.

Besten Dank bereits im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Roland Liebl (22. April 2015; eingereicht am 18. April mit 26 Unterschriften)

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