FAZ Feuilleton: Diese dummen Bildungsfatalisten

Außer dem Gymnasium kommt für die meisten Eltern gar keine andere Schule mehr für ihre Kinder in Frage. Dabei könnten die Realschulen eine wichtige Aufgabe erfüllen. Aber sie selbst haben ihre Stärke vergessen (Quelle: FAZ vom Samstag, den 27. Juni 2015, Nr. 146 Seite 11).

Den Bericht gibt es auch online. Bitte einfach das Bild anklicken:


Dass ich ein bekennender Freund der Realschule bin, mag folgendes Mail belegen. Es wurde von mir unmittelbar vor der möglichen Beschlussfassung über die Selbstauflösung der Waghäuseler Realschule an die Schulleitung verschickt:


Von: Roland Liebl [mailto:roland.liebl@gmx.de]
Gesendet: Dienstag, 7. Mai 2013 12:17
An: ‚Sekretariat@jph-realschule.de‘
Cc: Herbert Schoettle; ‚poststelle@04160817.schule.bwl.de‘
Betreff: Kommt die Selbstauflösung der Realschule?

Sehr geehrter Herr Schöttle,

heute wende ich mich in erster Linie als ehemaliger Schüler der Realschule, aber auch als Lehrer an einer beruflichen Schule und als Stadtrat in Waghäusel an Sie und Ihr Kollegium. Die aktuelle Diskussion um die Zukunft unserer Realschule, insbesondere die vielleicht anstehende Beschlussfassung zur Selbstauflösung durch vollständige Überführung in eine Gemeinschaftsschule, sehe ich mit große Sorge.

Wollen die Eltern keine Realschule mehr?

Es gibt noch genügend Eltern, welche die Realschule gut heißen. Nur melden diese sich nach meiner persönlichen Meinung vielleicht nicht laut genug zu Wort.

Woran erkennt man eine gute Schule?

In erster Linie daran, dass die Absolventen den Übergang ins weitere Leben problemlos meistern. Genau das gilt für unsere Realschule in Waghäusel seit Jahrzehnten. Eine Schule, die gut ist, von Eltern und Schülern als gut empfunden wird, hat immer die Chance, auch in Zukunft zu bestehen. Die Realschule wird sich allerdings mehr denn je durch ihre innere pädagogisch hervorragende Arbeit beweisen müssen. Bisher gab es diese Art Wettbewerb innerhalb der Schulartlandschaft nicht. Schule ist inzwischen ein Dienstleistungsbetrieb, da die Schüler zur Mangelware werden und die Eltern eine fast grenzenlose Wahlfreiheit haben, wo sie ihr Kind anmelden. Wenn es ringsum Gemeinschaftsschulen gibt, sollte die JPH Realschule in den Wettbewerb einsteigen und auf die Stärken und Vorzüge der Realschule hinweisen, die es dann aber auch real geben muss.

Als Pädagoge bin ich davon überzeugt, dass es auch sehr gute Konzepte für Gemeinschaftsschulen gibt, die aber auch ausreichend Zeit zur Entwicklung brauchen. Persönlich halte ich deshalb den Einstieg in den Wettbewerb mit der Gemeinschaftsschule im Verbund mit der Realschule für sinnvoll. So kann beides erprobt werden ohne Bewährtes aufzugeben.

Als Stadtrat werde ich keinen Beschluss mittragen, der a priori die Aufgabe der Realschule beinhaltet.

Ich wünsche dem Kollegium der Realschule eine rege Diskussion und viel Mut bei der Entscheidungsfindung.

Herzliche Grüße

Roland Liebl

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