StZ: Umstrittener Strom-Konverter – Marsch gegen das „Monstrum“

Am heutigen Sonntag findet eine Demonstration gegen den Konverter-Standort Landstraßenäcker satt. Im Vorfeld wurde die Werbetrommel kräftig gerührt, so dass es auch ein Thema für die Stuttgarter Zeitung ist. Hier zwei Zitate aus dem gestrigen Bericht:

  1. „Bei Philippsburg wird ein riesiger Stromkonverter geplant. Doch an beiden ins Auge gefassten Standorten gibt es Widerstand: Bürger wehren sich gegen die Anlage, weil sie Lärm und Elektrosmog fürchten – und die Bürgermeister auch.“
  2. „Der Protest richte sich mitnichten gegen die Energiewende, versichert ihr Sprecher Werner Most; die unterstütze man uneingeschränkt. Man wehre sich aber gegen den Standort für den Konverter, der mit etwa 500 Metern viel zu nahe an die nächsten Wohngebiete heranrücke. Es ist vor allem die Sorge vor der Lärmbelästigung durch die Tag und Nacht laufende Kühlung, die Most und seine Mitstreiter umtreibt, aber auch vor möglichen Gesundheitsgefahren durch Elektrosmog. Weitere Einwände: mit den bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen ginge ein beliebtes Naherholungsgebiet verloren, das in der Anlage verwendete Öl könnte das Trinkwasser gefährden.“

Bezüglich Lärm, Elektrosmog, Gefährdung des Trinkwassers, Geländeverbrauch und Themen wie Angst, Unsicherheit, Wertverlust der Immobilie, Gesundheit sollte sich jeder Bürger ein eigenes Bild machen.  Gibt es auch Chancen? Am Ende sollte für ALLE eine sorgfältig abgewogene Meinung bezüglich FÜR oder WIDER stehen, so mein Wunsch. 

2015_09_20_Baugrunderkundung

Es sind in Kürze Rammkern-/ Rotationskernbohrung auf dem Gelände Landstraßenäcker geplant. Tiefe ca. 20 m. (Bild: Liebl; Quelle: Transnet)

Bei der morgigen Waghäuseler Gemeinderatssitzung steht eine Baugrunderkundung auf der Tagesordnung, die ggf. auch ohne Zustimmung des Gemeinderats angeordnet werden kann. Ob der Gemeinderat für den möglichen Konverter-Standort im gesamten Verfahren überhaupt gefragt wird und eine entscheidende Stimme abgeben kann, ist mir bisher nicht bekannt. Es könnte sein, dass dieses Vorhaben komplett an den kommunalen Entscheidungsgremien vorbei geht, so mein aktueller Kenntnisstand. Schließlich ist die Stadt bisher weder Gesamt-Grundstückseigentümer, noch gelten für die Energiewende automatisch die lokalen Baugesetze, für die der Gemeinderat dann zuständig wäre.

Ganz sicher bin ich mir in folgenden drei Aussagen:

  1. Der angebliche Elektrosmog des Konverters ist kein Thema, sondern nur Panikmache. Jedes Handy und jedes Wasserbett strahlen deutlich mehr …
  2. Der Bau eines solch großen Konverters erzeugt bei den beteiligten Firmen eine so genannte Betriebsstätte. Dies führt zu einmaligen Gewerbesteuereinnahmen für die betroffenen Kommune durch das Bauvorhaben selbst in unbekannter Höhe (… grob geschätzt: ca. 1/3 der Unternehmensgewinne der Baufirmen, die wiederum ca. drei Prozent der lokalen Bausumme betragen dürften …).
  3. Kontinuierliche Einnahmen für die betroffenen Kommune sind nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen möglich (… falls die betroffene Kommune Eigentümer des Grundstücks wäre und per Erbpacht eine feste Zinseinnahme für den Konverter-Standort vereinbaren kann … oder falls ein Büro- oder Verwaltungsgebäude mit vielen Arbeitsplätzen am Standort entsteht … oder ggf. über eine Konzessionsabgabe … ).
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