Schulentwicklung in Waghäusel – Neues Standortkonzept erforderlich

2015_11_Schulkonzept

Quelle: Map data (C)2015 GeoBasis-DE/BKG ((C)2009), Google

Der Gemeinderat hatte im Sommer 2013 die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule ab dem Schuljahr 2014/15 unter Einbeziehung der beiden Werkrealschulen in Kirrlach und Wiesental an zwei Standorten beschlossen. Die aktuellen Anmeldezahlen veranlassen mich am verabschiedeten Konzept mit zwei Standorten zu zweifeln. Fast kein Kirrlacher Schüler wechselte in den ersten beiden Jahren an den Schulstandort der Gemeinschaftsschule nach Wiesental. Damit steht ein Investitionsvolumen von zehn Millionen Euro verteilt auf sechs Jahre faktisch „ohne Fundament“ da. Die Eltern haben durch Abstimmung „mit den Füßen“ neue Fakten geschaffen. Darauf hat der Gemeinderat zu reagieren.

Anfang Oktober 2015 habe ich im Rahmen einer Klausurtagung des Gemeinderates deshalb folgende Vorschläge zur weiteren Schulentwicklung in Waghäusel unterbreitet:

  • Stopp des geplanten Ausbaus der Gemeinschaftsschule in Wiesental und Kirrlach: Vermeidung von Fehlinvestitionen.
  • Bündelung der Investitionen an einem zentralen Standort für die Gemeinschaftsschule direkt bei der Realschule in Waghäusel: Ab der fünften Klasse wären künftig alle Waghäuseler Angebote an einer zentralen Stelle.
  • Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe bei der Realschule und der neuen Gemeinschaftsschule: Endlich würde die Gymnasiumstraße ihrem Namen gerecht werden und mit rund 100 Absolventen der zehnten Klasse sollte auch ein ausreichendes Schülervolumen für die Sekundarstufe II vorhanden sein.

Die Umsetzung dieses Konzepts führt zwar zu einem teilweisen Leerstand an den Schulstandorten Schillerschule in Kirrlach und Bolandenschule in Wiesental, weil dort der Schulbetrieb künftig nur noch die Grundschule abdeckt. Aber: In beiden Stadtteilen gibt es alte Schulen, die im Hinblick auf Inklusion umfangreiche Umbaumaßnahmen benötigen werden, so dass durch Synergien die leeren Räume sicher effizient genutzt werden könnten.

Außerdem wären am zentralen Standort Waghäusel die Investitionen für Klassenzimmer, Mensa und auch Sporteinrichtungen bestens abgesichert, weil Verschiebungen der Schülerströme zwischen den Schularten Gemeinschaftsschule und Realschule an einem Schulstandort baulich nicht wirklich ein großes Problem darstellen.

Zu den Haushaltsberatungen 2016 sind nach meiner Meinung die grundsätzlichen Beschlüsse zu fassen um die Schulentwicklung in Waghäusel langfristig abzusichern.

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2 Antworten zu Schulentwicklung in Waghäusel – Neues Standortkonzept erforderlich

  1. Ines Luther-Wallrabenstein schreibt:

    Hallo Herr Liebl, wenn das „Experiment Gemeinschaftsschule“ gestern auf der Gemeinderatssitzung schon nicht gestoppt wurde – was meiner persönlichen Meinung nach die beste Alternative gewesen wäre – so ist die Zusammenlegung bei der Realschule die einzig logische Konsequenz. Hoffen wir nur, dass der Realschule nicht ein Großteil der 50% auswärtigen Schüler abhanden kommt, wenn sich das Profil in Richtung Gemeinschaftsschule ändert.
    Wo ich nicht mit Ihnen übereinstimme, ist der Vorschlag, die „alten“ Grundschulen (Goetheschule in Kirrlach und Bolandenschule I in Wiesental) zu schließen. Beide Schulgebäude sind derzeit gut in Schuß, „Inklusion“ erfordert nicht notwendigerweise Umbauten für Rollstuhfahrer etc., sondern kann auch in der Integration von geistig behinderten, verhaltensauffälligen etc. Kindern verwirklicht werden – so man das möchte. Beide Schulen sind voll funktionsfähig, haben kleine Klassen, stabile Schülerzahlen und familiäre Schulkulturen, die unseren Kindern den Einstieg ins Schulleben leichter machen, als wenn sie vom Tag der Einschulung an weite Wege zurücklegen müssen und sich zudem in großen Schulzentren zurechtfinden müssen. Lassen Sie den Eltern doch die Wahl zwischen Ganztagsbetrieb, der für die Schulzentren Bolandenschule II und Schillerschule angedacht sind und erhalten Sie die Grundschulen so lange es geht. Denn derzeit vermisse ich gute Alternativpläne für den dann entstehenden Leerstand in den denkmalgeschützten, zentral gelegenen Gebäuden „mit Historie“ bzw. Informationen über die zu erzielenden Einsparungen. Herr Oberbürgermeister Heiler sprach ja gestern z.B. sogar über notwendige Investionen, falls die Bolandenschule I in die Bolandenschule II umzöge… ich bin mir sicher, in Kirrlach würde sich ähnliches ergeben. Daher freue ich mich sehr, dass nicht nur Eltern, sondern auch zahlreiche Kirrlacher Bürger ihre Unterstützung der Goetheschule in mehr als 900 Unterschriften gegen die Schließung gezeigt haben. Ich hoffe sehr, auf eine konstruktive Diskussion auf den bevorstehenden Informationsveranstaltungen, die gestern abend angekündigt wurden!
    An einem Gymnasium in Waghäusel wäre ich sehr interessiert, zweifle aber weiterhin daran, ob wir mit unserer Gemeinschaftsschule nicht einfach „zu spät dran waren“ oder insgesamt zu konservativ sind, um sich mit dieser Schulform anzufreunden. Und: sie haben ja selbst gepostet, dass man aus Finanzierungsgründen evtl. BW-weit von einer gymnasialen Oberstufe in den Gemeinschaftsschulen absehen sollte, da diese „Lücke“ durch berufliche Gymnasien hinreichend gefüllt wird.
    Mit freundlichen Grüßen, Ines Luther-Wallrabenstein (Elternbeiratsvorsitzende der Goetheschule Kirrlach)

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    • 62rolandliebl schreibt:

      Guten Abend,
      vielen Dank für Ihre umfangreiche Stellungnahme, die ich mit einer Gegenfrage beantworten will: Wie kommen Sie darauf, dass die alten Schulen geschlossen werden sollen? Ansonsten stimme ich Ihren Ausführungen fast komplett zu. Lediglich beim Thema Inklusion verweise ich auf die Rechtslage: Behindertengerechter Zugang und Toiletten sind Muss-Vorgaben.
      Gruß
      Roland Liebl

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