Die Kirche im Dorf lassen – Kommentar zur Kirchenschließung im Advent 2015

2015_11_29_Landesbischof

Es gibt die offiziellen Aussagen der Landeskirche und die Realität vor Ort. (Quelle: http://www.ekiba.de/html/aktuell/aktuell_u.html?&m=31&artikel=8728&cataktuell=331)

  • „Der badische Landesbischof Jochen Cornelius-Bundschuh hat in Boxberg (Main-Tauber-Kreis) zu einer stärkeren Vernetzung der Kirche im ländlichen Raum aufgerufen. Die Kirchengemeinden sollten „das Eigene in das Ganze einbringen und für die anderen mitdenken: integrativ, vernetzend und ökumenisch.“ Das Leben im Dorf sei eine gemeinsame Aufgabe der Kommunen, Kirchen, Vereine und anderer Akteure vor Ort, sagte Cornelius-Bundschuh.
  • „Wir wollen die Kirche im Dorf lassen“, erklärte der Landesbischof im Rahmen der Bezirksvisitation des Kirchenbezirks Adelsheim-Boxberg. Die Verbesserung der regionalen Zusammenarbeit eröffne eine Perspektive angesichts knapper werdender Ressourcen, auch in der Kirche. Eine stärker „gabenorientierte Zusammenarbeit“ von Kirchengemeinden und Kommunen, von beruflich und ehrenamtlich Tätigen ermögliche eine Vielfalt der Angebote, zum Beispiel in der Musik, aber auch im gottesdienstlichen Bereich.
  • „Trotz aller Problemanzeigen leben die Menschen gerne im ländlichen Raum, vielleicht auch, weil die Folgen des eigenen Handelns und die eigene Verantwortlichkeit leichter zu erkennen sind“, erklärte Cornelius-Bundschuh unter Verweis auf aktuelle Umfragen. „Das Menschen mit- und füreinander Verantwortung übernehmen, das wirkt anziehend, auch für junge Leute, die nicht vom Land abwandern“, sagte der Landesbischof. Besonders wichtig sei das ehrenamtliche Engagement angesichts der gegenwärtigen Herausforderung durch die wachsende Zahl an Flüchtlingen, auch im ländlichen Raum.

2015_RLDrei Absätze mit drei für mich ganz zentralen Aussagen, die ich hier bewusst farblich hervorhebe. Warum gelten diese Aussagen des evangelischen Landesbischofes nicht (mehr) in Waghäusel? Warum schauen die Kirchenverantwortlichen in Karlsruhe noch immer weg, wie durch die evangelische Kirchengemeindeleitung systematisch gewachsene Strukturen und Netzwerke im Ehrenamt in Waghäusel zerschlagen werden. Das Jahr 2015 ist hier vor Ort nach meiner Meinung das exakte Gegenteil der offiziellen Verlautbarungen.

Hier einige Belege für meine Aussagen:

  • Keine Taizé-Gottesdienste in der Kirchengemeinde Waghäusel mehr.
  • Kein Sommerfest des Fördervereins in der Friedenskirche.
  • Keine Zusammenarbeit mit dem Förderverein.
  • Ein ruhendes Projektteam Oberhausen-Rheinhausen, was zur Folge hatte, dass es insbesondere kein Osterfrühstück und keine Sommernachtsträume gab.
  • Keinen Gottesdienst an Heilig Abend um 16 Uhr in der Friedenskirche. Dieser wurde traditionell seit über 3 Jahrzehnten von Pfarrer Rupp gestaltet.
  • Vielmehr Schließung der Friedenskirche durch den Kirchengemeinderat zum diesjährigen Advent mit einer recht schwachen Begründung hinsichtlich einer nicht zumutbaren Toilette: WO KEIN WILLE; DA KEIN WEG!
  • Keine Teilnahme an der Weihnachtsfeier auf dem Forlenhof der evang. Kirchengemeinde, da die Kosten für die Band in Höhe von 300 € zu teuer waren. Genau diese Begründung fiel laut Teilnehmer in der Gemeindeversammlung am 28.06.2015. Und parallel dazu errichtet die Kirchengemeinde ein neues Pfarrzentrum für bestimmt mehr als 1 Mio. € und lehnt Spenden ab!
2015_08_16_Geheimverhandlungen_1

Der Kirchengemeinderat tagt inzwischen so geheim, dass er sich nicht traut, den Rechenschaftsbericht, der im Rahmen einer öffentlichen Gemeinderversammlung vorzustellen ist, auch in lesbarer Form öffentlich zu machen. Alle Bericht zur Gemeindeversammlung im Juni 2015 beschränkten sich auf die Angaben, wer die Versammlung moderiert hat. Die Inhalte waren letztendlich so hochpeinlich, dass man sich offensichtlich nicht traute, diese im Gemeindebrief, dem Mitteilungsblatt oder der Homepage zu publizieren. (Grafik: Liebl)

2015_07_19_Nachlese-zur-Gemeindversammlung

Quelle: Homepage der Kirchengemeinde

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