Bedrohlich, so mein Empfinden. Brauchen städtische Baustellen keine Absturzsicherung?

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Bereits am 17. Dezember 2015 habe ich diese Aufnahme vom Bahndamm gemacht und die Stadt darüber informiert. Das ist nun genau fünf Wochen her. Der senkrecht hergestellte Wagbachgraben bröckelt auf einer nicht unerheblichen Länge weiter vor sich hin. (Bild: Liebl)

Kommentar auf Facebook von Martin B. am 4. Januar 2016: „Ich frag mich wann die weiter machen ich mein ja nur wenn der graben links noch weiter zusammenfällt liegt bald der Zug im Loch das juckt aber irgendwie keiner!!!“

Ganz so schlimm wird es hoffentlich nicht kommen. Vermutlich soll hier eine natürlich abstürzende Böschung entstehen (… damit die seltene Wagbachschwalbe oder der fast ausgestorbene Wiesentaler Sandhase ein neues „Wohnzimmer“ erhält …).

Das ändert nach meiner Meinung aber nichts daran, dass an der Absturzkante eine nicht unerhebliche Gefahr besteht, z.B. für die Mitarbeiter der Deutschen Bahn, die im Rahmen von Wartungsarbeiten an den Gleisen oder bei sonstigen Arbeiten neben den Gleisen eventuell den oberen Bereich betreten müssen. Hier einige Stichworte dazu:

  • Absturz

    Der Absturz ist das Herabfallen von Personen auf eine tiefer gelegene Fläche oder einen Gegenstand. Als Absturz gilt auch das Durchbrechen durch eine nicht tragfähige Fläche oder das Hineinfallen und das Versinken in flüssigen oder körnigen Stoffen.

  • Absturzhöhe

    Die Absturzhöhe ist der senkrechte Höhenunterschied zwischen der Standfläche und der angrenzenden tiefer liegenden ausreichend großen und tragfähigen Fläche.

  • Absturzsicherung

    Eine Absturzsicherung ist eine zwangsläufig wirksame Einrichtung, die einen Absturz auch ohne bewusstes Mitwirken der Betroffenen verhindert, z.B. eine Umwehrung oder Abdeckung.

  • Umwehrung

    Eine Umwehrung ist eine Einrichtung zum Schutz gegen Absturz, z.B. Brüstung, Geländer, Gitter oder Seitenschutz. Umwehrungen sind immer dort erforderlich, wo begehbare Flächen an mindestens 50 bis 100 cm tiefer liegende Flächen grenzen.

  • Umwehrungshöhe

    Die erforderliche Umwehrungshöhe ist im Bauordnungsrecht der Bundesländer, abhängig von der Absturzhöhe und der Gebäudetypologie (Wohngebäude, Schulbau, etc.) geregelt. Darüber hinaus bestehen gesonderte Anforderungen an Arbeitsstätten (Arbeitsstättenrichtlinien) und Treppen (DIN 18065).
    Es gilt die jeweils höhere Anforderung.

  • Brüstung

    Eine Brüstung ist eine geschlossene in der Regel massiv ausgeführte Wandscheibe. Im Fall eines Fensters handelt es sich um einen Teil der Außenwand.

  • Geländer

    Ein Geländer ist im Gegensatz zur Brüstung ein durchbrochenes Element und in der Regel ein filigranes Bauteil aus Holz, Stahl oder Glas wie z.B. an Treppen oder Balkonen.

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Verkehrssicherungspflicht „Made in Waghäusel“. (Bild: Liebl)

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