Rege Bautätigkeit im Unterspeyererfeld – Flüchtlingsaufnahme ja, aber alle an einem Ort?

(Quelle: Waghäusel News; 22. Februar 2016) Baumaßnahmen, wohin man auch schaut: Kräne, Bagger, Raupen, Transportfahrzeuge, Bauhütten, Baustellen. Im Unterspeyererfeld in Wiesental (gegenüber von Schuler/SMG) herrscht derzeit eine rege Bautätigkeit. Bei der großen Fläche, etwa zwischen Bahnlinie und ALDI, handelt es sich um das neue Gewerbegebiet. Auf einem Areal von rund 100.000 Quadratmeter gibt es per Umlegung 40 neue Grundstücke.

Vorgesehen sind dort auch Unterkünfte für Flüchtlinge und Asylbewerber, die derzeit errichtet werden. Container stehen bereits am Ende der Franz-Sigel-Sraße. Diese sind für die Anschlussunterbringung (in Zuständigkeit der Stadt) und für die Aufnahme von Obdachlosen bestimmt. Doch einige Straßenbauarbeiten, gerade im dortigen Bereich, stehen seit längerem still, so der Hinweis von zwei Obdachlosen vor Ort. Warum geht nichts?

Beim Neujahrsempfang der Stadt 2016 wurde bekannt gegeben (Zitat): „Nach derzeitiger Prognose sind für die Gemeinschaftsunterkunft im Unterspeyererfeld über 400 Frauen, Männer und Kinder vorgesehen. Hinzu werden für Waghäusel noch etwa 200 Menschen in die Anschlussunterbringung kommen.“

Flüchtlingsaufnahme ja, aber alle an einem Ort? Selbst Stadträte fürchten eine mögliche Ghettoisierung. Im Gemeinderat stand seinerzeit die Frage nach einer zentralen oder dezentralen Unterbringung, also die Verteilung in kleineren Einheiten und auf Stadtteile, zur Abstimmung. Doch die Gemeinderatsmehrheit wollte die „zentrale Lösung“. Und die gibt es jetzt im Unterspeyererfeld.

Gute Kommunikation sieht nach meiner Meinung anders aus. Dem Gemeinderat und der Bevölkerung von Waghäusel wurde vom Landratsamt Karlsruhe auf einer öffentlichen Bürgerinfo im Rathaus vermittelt, dass man heute “anders” baut: “Eingeschossig”, “mit Innenhöfen” und “mit viel grün”. Freundliche Pläne vom Neubau Rheinstetten wurde gezeigt. Es hat sich zwar viel geändert, aber auf dem besagten Grundstück sollen unverändert 200 Personen untergebracht werden, jetzt aber offensichtlich in einem einzigen Gebäude (Bild: Facebook).

Facebook-Kommentar auf „Waghäusel News“ vom 22. Februar 2015:

„Da ist ja sehr viel Kompetenz im Gemeinderat vertreten. Die Ergebnisse des Forschungs-Praxis-Projekts der Schader-Stiftung (unter fachlicher Begleitung des BAMF; Dt. Städte- und Gemeindeverbund; Dt. Landkreistag) zu Integrationspotentialen in kleinen Gemeinden und Landkreisen hätte hier weiterhelfen können. Daraus resultierend wurden klare Handlungsempfehlung zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern formuliert. Ich zitiere: „Eine wohnräumliche Konzentration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in zentralen Unterkünften und Wohnheimen kann zu einer Reihe von Problemen für die Untergebrachten selbst führen und ist häufig Ausgangspunkte für Konflikte mit der Stadtgesellschaft.“ Neben der Möglichkeit einer Stigmatisierung und Abwehrreaktionen aus der Bevölkerung werden in der Handlungsempfehlung auch die Kriterien für die Auswahl und Festlegung der Wohnstandorte unter Einbeziehung sozialer Träger, Flüchtlingsinitiativen und migrationspolitisch engagierter zivilgesellschaftlicher Gruppen in das Verfahren beschrieben.“

Im Gemeinderat hatte ich einen zweiten Standort vorgeschlagen (Landstraße zwischen Wiesental und Kirrlach) und dafür plädiert, nur kleine Einheiten (Obergrenze 100) zu planen.

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