Neuer Wagbach wird im Grundwasser verlegt: Fördergelder verfehlen ihre geplante Wirkung

2016_03_05_Vollgelaufen

Vollgelaufen: Der neue Wagbach verläuft knapp einen Meter unterhalb des heutigen Grundwasserstandes und wird künftig dauerhaft das Grundwasser in Waghäusel absenken. Der „Experte“ Rudi B. (Dipl.-Geol.) meinte: „Das Grundwasser hat ein Gefälle zur Vorflut (Rhein), ein deutlicher Versprung zwischen Tief- und Hochgestade besteht nicht.“ Welch eine Fehleinschätzung (Bild: Liebl).

Die neue Wagbachtrasse wird im Rahmen der Förderrichtlinie Wasserwirtschaft von Land bezuschusst. Nach den Anforderungen der EG-Wasserrahmenrichtlinie soll die neue geschaffene Durchgängigkeit den Austausch der aquatischen Organismen zwischen der Wagbachniederung und dem Hochgestade erlauben.

2016_03_05_Grundwasser

Grundwasser, kein Wagbachwasser. Der “Experte” Rudi B. (Dipl.-Geol.) lag mit seinem Gutachten daneben. (Bild: Liebl).

Ich bedauere es sehr, dass sich kein „echter“ Fachmann mit dem Thema beschäftigt hat. Die Fördergelder werden die geplante Wirkung komplett verfehlen, denn Grundwasser auf der Wagbachtrasse war nicht vorgesehen (Zitat aus der Baugenehmigung S.10: „Der Antragsteller geht davon aus, dass die Grundwasserstände unter Mittelwasser nicht beeinflusst werden“). Die Bilder zeigen die reale Situation nach dem trockenen Sommer 2015: Zwischen dem Kirrlacher Tor und der Wagbachniederung wird dauerhaft Grundwasser (… sauerstofffrei und für aquatische Organismen damit tödlich …) laminar von unten zuströmen und das Leben im Wagbach an dieser Stelle zum Erliegen bringen. Fische werden ersticken und, sofern sie den Weg an diese Stelle gefunden haben, mit dem Rücken nach oben schwimmend wieder abgetrieben …

Meine Bemühungen die „Experten“ zu überzeugen waren leider nicht erfolgreich. Auch der Petitionsausschuss des Landtages war zum Schluss der Meinung, dass es hier kein Problem mit dem Grundwasser gibt. Ich frage mich, wieso in Deutschland üppig Fördergelder fließen, selbst wenn der Förderzweck verfehlt wird. Fördergelder sind schließlich Steuergelder. Sie gehören nicht den Menschen, die damit planen, darüber entscheiden und sie verausgaben. Es handelt sich um Gelder, für die andere Menschen gearbeitet haben.

Der beim Kirrlacher Tor im Bachbett stehende Bagger (im oberen Bild ganz klein im Hintergrund zu erkennen) baut eine Lehmschicht ein, damit das künftige Bachwasser nicht versickert. Die Bachsohle verläuft bis zu über 1 m unter dem mittleren Grundwasserstand. Geplant ist halt geplant und was ausgeschrieben ist wird gemacht, koste es was es wolle. Sind ja schließlich „nur“ Fördergelder, die hier ihre geplante Wirkung  verfehlen.

2016_03_05_Faktencheck

Grundwasserstand über Bachniveau: Das Thema wurde von mir im Technischen Ausschuss, dem Gemeinderat und den genehmigten Fachbehörden inklusive dem Petitionsausschuss des Landtages von Baden-Württemberg  kommuniziert. Es kam immer zu politischen Entscheidungen, nie zu fachlich begründeten Ergebnissen. Die berechtigten Zweifel an der Qualität des Gutachtens wurden ignoriert, schließlich ist der Gutachter ja „Experte“ … und den Versprung zwischen Hoch- und Tiefgestade gibt es nicht … Welche eine Fehleinschätzung! (Bild: Liebl).

 

 

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