BNN-Adventskalender: Klinikbesuch hat geprägt

bnn0000005412138Als Kind erfuhr der Kirrlacher Roland Liebl, wie sehr Menschen auf Mitmenschen angewiesen sein können. Über drei Jahre lang lag sein Patenonkel hilflos im Krankenhaus: wegen Nierenversagens. Dialysezentren wie heute gab es noch nicht. Die ganze Zeit, auch im Advent und an drei Weihnachten hintereinander, besuchte die Familie Liebl den Onkel.

Erst später bekam der Patenonkel eine Organspende – und überlebte: länger als die anderen Patienten, die mit ihm im Krankenhaus lagen. „Ich habe das ganze Leid hautnah miterlebt, alle Sorgen und Ängste. Habe noch die Tränen meiner Tante in Erinnerung, gerade an Weihnachten.“

Für seine vielen Operationen brauchte sein Taufpate viel Blut und somit viele Blutspender. Die damaligen Erlebnisse prägten sich dem jungen Mann so tief ein, dass er sich ab dem zulässigen Alter, ab 18 Jahren, entschloss, genau aus diesem Grund sein Blut zu spenden. Dabei stellte sich heraus, dass er eine ganz besondere Blutgruppe hatte. Der heute 55-jährige Familienvater ist seither eine gefragte Person. Inzwischen kommt der Mathematiker auf sage und schreibe 259 Spenden. „Wenn ich dazu beitragen kann, Menschenleben zu verlängern, tue ich das gerne – und jederzeit.“

Doch sein Engagement beschränkt sich nicht nur aufs Blutspenden. Wochenlang hat er zeitintensive Fahrdienste für Anna Nowossjolow und Sohn Daniel aus Kirrlach übernommen. Die Familie war aus Kasachstan in die Gemeinde gekommen, um ihrem neunjährigen Sohn mit einem offenen Rücken in Deutschland eine bessere medizinische Versorgung zu ermöglichen. Der Junge saß im Rollstuhl und musste jede Woche nach Heidelberg in die Uniklinik zur Untersuchung. Zu allem Elend starb der Vater mit gerade 36 Jahren.

„Das ist für mich Weihnachten, in dankbare glückliche Augen zu schauen und ein Lächeln geschenkt zu bekommen.“ Auch an anderen Stellen ist der Kirrlacher für seine Mitmenschen da, etwa als Vorsitzender des Heimatvereins und als Mitinitiator der Stallweihnacht auf dem Forlenhof, als aktives Mitglied und Helfer im Integrationsverein und in der Flüchtlingshilfe.

(Quelle: BNN vom 13. Dezember 2017, Ausgabe Nr. 287 – Seite 19; ber)

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