Woran scheitern Projekte wie der Silo-Abriss?

2017_12_20_Projekt-Siloabriss

Bei der Beratung des „unkündbaren“ Mobilfunkvertrages im Technischen Ausschuss ging es vor allem und die „Option zur Kündigung beim kurzfristigen Abriss der Silos“. Mit anderen Worten: Sollte der städtische Sachbearbeiter der Vertragsänderung bei der Beratung im Technischen Ausschuss der Stadt anwesend gewesen sein, dann braucht es schon eine Portion „kriminelle Energie“ und solch große Abweichungen in einem Vertragswerk zu realisieren. Ansonsten ist es nach meiner Einschätzung wie in den Bildern treffend dargestellt: Erhebliche Abweichungen zwischen Plan und Umsetzung gehören zum Tagesgeschäft.

Der Abriss der Silos wurde schon seit vielen Jahren immer wieder im Gemeinderat erneut beschlossen. Trotzdem ist sehr lange nichts passiert. Die Silos stehen noch immer. Und die Gefahren für die Öffentlichkeit durch lose Teile wie abgebrochene Dachrinnen und poröse Putzteile nehmen zu. Ich rechne inzwischen fest damit, dass zentrale Bereiche um die Eremitage und die Musikschule aus Sicherheitsgründen gesperrt werden müssen.

Häufige Fehler für Großprojekte sind:

  1. Ohne Unterstützung der Mitarbeiter aus dem Management ist womöglich alles umsonst. Hier: Der Oberbürgermeister hat persönlich eine ganz andere Meinung als die Mehrheit des Gemeinderats.
  2. Man entscheidet sich für den falschen Projektmanager. Hier: Obwohl der Gemeinderat schon seit vielen Jahren wiederholt den Abriss der Silos beschlossen hat, wurde bisher gegenüber dem Gemeinderat noch keine städtische Projektverantwortung bekannt gegeben.
  3. Zu wenige Kommunikation. Hier: Wäre die endgültige Fassung des „unkündbaren“ Mobilfunkvertrages dem Gemeinderat vorgelegt worden, hätte es wohl nie eine Zustimmung gegeben.
  4. Klare Ziele. Hier: Seit über 20 Jahren suchte man nach einer akzeptablen Nutzung für die Silos. Konkrete Angebote gab es mehrfach. Die wollte man dann doch wieder nicht. Umbauen könnte man ja, aber wer zahlt und wie soll es aussehen? Und auch die Befürworter eines Erhaltes haben bis heute noch kein konkretes Konzept …
  5. Zu knappe Finanz- und Zeitpläne. Hier: Es gibt ja noch Kosten-Zuschüsse von bis zu 60 % für die Abrisskosten. Aber auch diese haben ein Enddatum. Ob es im Gemeinderat auch noch eine Mehrheit für den Abriss gibt, wenn die Stadt die Abrisskosten alleine zahlen muss?

Ich persönlich finde es schade, dass der wiederholte Wille des Gemeinderates von der Stadtverwaltung noch immer ignoriert wird. Das steigert nur die Politikverdrossenheit.

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