Taufstein mit Geheimnissen – Heimatverein ist Schere auf der Spur

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EIN SCHEREN-SYMBOL gibt es am Kirrlacher Taufstein von 1509. Der Ursache auf der Spur ist Heimatvereinsvorsitzender Roland Liebl. (Foto: Schmidhuber)

(ber) Geheimnisvolle Zeichen gibt es auf dem alten Kirrlacher Taufstein von 1509: die Jahreszahl in gotischen Minuskeln, Kröten, Eidechsen, zwei Wappen, eines mit dem Zeichen des damaligen Steinmetzes und eines mit einer Schere, deren Bedeutung umstritten ist. Der Schere auf der Spur ist nun Heimatvereinsvorsitzender Roland Liebl.

Nach seiner Einschätzung ist das spätgotische Taufbecken aus der Zeit um 1509 eines der ältesten Überbleibsel der katholischen Kirche. Bereits in der Vorgängerkirche und in dem heute noch im Original erhaltenen Kirchturm nahm das Weihwasserbecken einen besonderen Platz ein. „Bis zur Reformation waren die Taufsteine in den Kirchen am hinteren Eingang positioniert, in Kirrlach wohl im Kirchturm selbst“, erläutert Liebl. Dort war das Unikat im Zweiten Weltkrieg zum Schutz eingemauert worden. Erst 1950 kam er wieder aus dem „Turmverlies“, in das auch der flandrische Schnitzaltar vor möglichen Bombenangriffen in Sicherheit gebracht worden war. Einen vorläufigen Standort fand der Taufstein zunächst in der Taufkapelle, seit Kurzem ist er auf der rechten Seite des Altarbereichs untergebracht.

Der Kirrlacher Taufstein ist voller Symbolik: Kröten, Schlangen und Eidechsen versuchen, an dem Baumstamm hochzuklettern. Auf einem Schild lässt sich das Steinmetz-Zeichen des Baumeisters der alten Kirche und des Kirchturms erkennen. Daneben gibt es ein zweites, steinernes Schild mit einer Schere. Der etwas überladene Taufsteindeckel ist eine handwerkliche Arbeit aus dem Jahr 1907 vom Schwetzinger Bildhauer August Allert, der ihn aus amerikanischem Weideholz geschnitzt hat.

Bis heute geben die beiden Wappen Rätsel auf. Das große Steinmetz-Zeichen, das sich mehrfach auch am Kirchengemäuer findet, spreche für eine Dankesgabe des Steinmetzes, meint Liebl. Doch die Bedeutung der Schere ist bis heute unklar. Sie steht eigentlich für die Zunft der Schneider. Der Heimatverein hofft nun, auf weitere Hinweise zur Bedeutung der Schere zu stoßen.

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