Corona: Was machen manche Länder in Europa anders?

2020_03_1_Corona

Als Mathematiker stellen sich für mich einige Fragen:

  1. Bleibt es bei den Schließungen für die nächsten Wochen? Vermutlich nein …
  2. Bei welcher Zahl an Erkrankten öffnen wir die Schulen und Kindergärten wieder? Zur Erinnerung: Gestern hatten wir ca. 3.000 Personen. Nach Ostern werden es sehr wahrscheinlich zehnmal so viele sein …
  3. Zählen wir die Schließzeit bis dahin in Tagen, Wochen oder Monaten? Ich befürchte sogar, dass wir erst in 18 Monaten wieder unter 3.000 infizierten Personen liegen könnten …

Die englische Regierungserklärung vom Freitag, den 13. März 2020 hat mir zum Teil wesentlich besser gefallen, zumindest bezüglich folgender Aussagen, die ich als Mathematiker gut nachvollziehen kann:

  • Die Epidemie soll zunächst hinausgezögert werden, damit Kapazitäten im Gesundheitssystem aufgebaut werden können und der Höhepunkt der Epidemie in den Frühsommer fällt, wenn das Gesundheitssystem durch die im Winter auftretende hohe Zahl von herkömmlichen Grippeerkrankungen weniger belastet ist.
  • Anders als Deutschland will die britische Regierung die britische Bevölkerung bewusst an dem Virus erkranken lassen, damit sie langfristig Immunität gegen das neue Virus aufbaut. Werde die Bevölkerung nur einige Wochen zu Hause eingesperrt, sei nichts gewonnen, so die britischen Experten. Im Gegenteil: Sobald die Quarantäne aufgehoben sei, breche das Virus wieder aus.
  • Die Epidemie müsse so gesteuert werden, dass die Bevölkerung durch die Krankheit geschleust werden könne, ohne dass das Gesundheitssystem zusammenbreche. Die härtesten Aufforderungen an die Bevölkerung, zu Hause zu bleiben, kämen auf dem Höhepunkt der Epidemie und nicht jetzt.
  • Johnson erklärte, dass es sinnlos sei, wenn die Bevölkerung zu früh in Quarantäne geschickt werde, nur um nach wenigen Wochen so frustriert zu sein, dass sich immer weniger Personen an die Selbstisolierung hielten und genau dann wieder auf die Straße gingen, wenn der Höhepunkt der Epidemie erreicht sei.

Und was machen die Schweden? Während Deutschland und andere europäische Länder wegen der Ausbreitung des Coronavirus einen Shutdown vollzogen haben, geht Schweden einen Sonderweg. Hier geht das öffentliche Leben fast normal weiter. Geöffnete Restaurants und Grundschulen! Kein Shutdown! Die Schweden leben trotz Corona fast normal weiter (Quelle: https://mobil.stern.de/amp/gesundheit/coronavirus–kein-shutdown—schweden-lebt–fast–normal-weiter-9197720.html?fbclid=IwAR3j-iGDb4aBpUVq2elIuJ8PP7NkcMi3Rz9n53aN8CjrIrt5bI5ookwdVf0). Doch das sorgt für massive Kritik.

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12 Antworten zu Corona: Was machen manche Länder in Europa anders?

  1. 62rolandliebl schreibt:

    Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, langjähriger Vorsitzender der Ärztegewerkschaft Marbuger Bund, hatte gestern Abend (20. März 2020) in den heute-Nachrichten einen sehr wichtigen Satz gesagt: „Wie kommen wir aus dieser Nummer wieder raus?“. Er bezieht sich dabei auf das Hauptproblem, dass wir in drei oder sechs Wochen keine andere Situation als heute haben werden (… außer dass die Infrastruktur zusammenbricht …). Eine ehrliche Ansage!

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  2. 62rolandliebl schreibt:

    Wie unschwer zu erkennen ist, wurde die englische sachliche Diskussion auch von der Panik-Welle überrollt. Es verbleibt nur noch Schweden, die einen Sonderweg beschreiten: https://mobil.stern.de/amp/gesundheit/coronavirus–kein-shutdown—schweden-lebt–fast–normal-weiter-9197720.html?fbclid=IwAR3j-iGDb4aBpUVq2elIuJ8PP7NkcMi3Rz9n53aN8CjrIrt5bI5ookwdVf0

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  3. 62rolandliebl schreibt:

    Kritik am Corona-Umgang. Prof. Dr. Stefan Hockertz. Immuntoxiologe der Uni Hamburg.

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  4. 62rolandliebl schreibt:

    Das RKI ist nicht die Bundesregierung und schon gar nicht das Parlament. Leider hat man aber derzeit den Eindruck, dass nur die Virologen das Sagen haben.Wenn sich in den nächsten Tagen die Wirkung der Einschränkungen zeigt, muss es dringend eine ExitStrategie geben. Insbesondere brauchen wir flächendeckende Antikörpertest. Damit wir wissen, wer immun ist und wieder auf Normal Modus schalten kann.

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  5. 62rolandliebl schreibt:

    Die Grundregeln sind in Schweden wie überall auch: „Wer sich krank fühle, solle zu Hause bleiben, wer im Homeoffice arbeiten könne, solle das tun. Der Besuch von Altersheimen sei auch in Schweden verboten, ebenso wie Veranstaltungen über 50 Teilnehmer. Zudem gebe es viele Empfehlungen, etwa die, auf den öffentlichen Nahverkehr zu verzichten. Die Zivilgesellschaft in Schweden kooperiere üblicherweise besser bei Empfehlungen als bei Verboten.“

    Ein Kurswechsel in Schweden steht offenbar kurz bevor!

    Laut einer Mitteilung des schwedischen Fernsehens verhandelt die schwedische Regierung mit der Opposition in Hinterzimmern darüber, Sonderbefugnisse zu erhalten. Denn Maßnahmen wie eine Ausgangssperre oder die Schließung von Geschäften kann die schwedische Regierung nicht ohne weiteres verhängen.

    https://www.deutschlandfunk.de/corona-pandemie-schwedischer-sonderweg-offenbar-gescheitert.1773.de.html?dram%3Aarticle_id=474036&fbclid=IwAR2D6d0lNeRykhdnU5zBDBZSTZBkWxl0gcjSHbipZE2So65fU5A8ldtdonA

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  6. 62rolandliebl schreibt:

    A German Exception? Why the Country’s Coronavirus Death Rate Is Low

    The pandemic has hit Germany hard, with more than 92,000 people infected. But the percentage of fatal cases has been remarkably low compared to those in many neighboring countries. ….

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  7. 62rolandliebl schreibt:

    Johnson auf Intensivstation

    Wer regiert jetzt das Königreich?

    Der Premier liegt auf der Intensivstation, der Außenminister muss die Amtsgeschäfte führen, wichtige Politiker und Berater sind infiziert: In Großbritannien ist die Coronakrise zunehmend ein politisches Problem. Wie konnte es so weit kommen?

    https://www.spiegel.de/politik/ausland/boris-johnson-auf-intensivstation-wer-regiert-jetzt-in-grossbritannien-a-b1b95b94-e6ad-412f-b24c-018e9ebb2958

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  8. 62rolandliebl schreibt:

    MITTWOCH, 15. APRIL 2020; Hamburg & Schleswig-Holstein

    Experte Püschel: Zeit der Virologen ist vorbei

    https://www.n-tv.de/regionales/hamburg-und-schleswig-holstein/Experte-Pueschel-Zeit-der-Virologen-ist-vorbei-article21714544.html

    Nach seinen Erkenntnissen ist Covid-19 „eine vergleichsweise harmlose Viruserkrankung“. Die Deutschen müssten lernen, damit zu leben, und zwar ohne Quarantäne. Die von ihm untersuchten Todesopfer hätten alle so schwere Vorerkrankungen gehabt, dass sie, „auch wenn das hart klingt, alle im Verlauf dieses Jahres gestorben wären“, sagte Püschel.

    Der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort sagte der Zeitung: „Keine der Zahlen, die wir kennen, rechtfertigt die Angst, die in Deutschland vor dem Virus geschürt wird. Er habe den Eindruck, dass die Angst sich allmählich verselbstständige, dass gute Nachrichten im Zusammenhang mit dem Virus gar nicht mehr wahrgenommen würden.

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  9. 62rolandliebl schreibt:

    SONDERWEG IN DER CORONA-KRISE

    Schwedischer Epidemiologe: „Der Unterschied ist, dass Deutschland seine Wirtschaft zerstört“

    Der schwedische Epidemiologe Giesecke erklärt den Sonderweg seines Landes – und macht eine Prognose, wie sich die Corona-Krise weiterentwickeln wird.

    https://www.merkur.de/welt/corona-schweden-deutschland-epidemiologe-virologe-angela-merkel-cdu-johan-giesecke-zr-13699578.html?fbclid=IwAR34dvFem1KHgnOcekO8WOdw9X020RaK16Mdd4f981b81676eQJejmbQw6Q

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  10. 62rolandliebl schreibt:

    WHO lobt Schwedens Sonderweg – Risiko einer zweiten Corona-Welle sinkt

    Tatsächlich fallen seit Ostern die Neuinfektions- und Todeszahlen auch in Schweden. „Die Pandemie ebbt allmählich ab“, erklärt Tegnell dem Sender SVT. Die Gesundheitsbehörde in Stockholm meldet, dass seit dem 10. April der R-Wert relativ stabil bei rund 1,0 gelegen habe. Inzwischen soll dieser bei 0,85 liegen. Ähnlich wie in Deutschland – nur eben mit offenen Schulen und Restaurants.

    Zwischen den Lagern in der Schweden-Debatte verweisen Mittler darauf, dass die Schweden zwar ein freiwilliges, aber doch auch aktives „Social distancing“ praktiziert hätten. Insofern handele es sich nur um einen halben Sonderweg.

    Die Bewertung von Schwedens liberalem Weg ist gleichwohl für die politischen Öffnungsdebatten in vielen anderen Staaten – auch in Deutschland – von großer Bedeutung. Denn wenn Schweden es mit weiträumiger Offenheit relativ gut durch die Krise schafft, dann fehlt mancher Regierung nicht bloß die Legitimation für fortgesetzte Kontaktsperren, Grenz- und Geschäftsschließungen.

    https://web.de/magazine/news/coronavirus/coronavirus-verhindert-schweden-zweite-welle-34730964

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  11. 62rolandliebl schreibt:

    https://www.welt.de/wissenschaft/article209299157/Corona-Krise-Virologe-Streeck-kritisiert-deutschen-Lockdown.html

    Hier einige Zitate aus dem Bericht:

    … Nach dem ersten Verbot von Großveranstaltungen im März seien die Infektionszahlen bereits gesunken. „Die weiteren Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen hätte ich dann vom tatsächlichen Verlauf abhängig gemacht, auch um zu sehen, wie die einzelnen Beschränkungen wirken und ob zusätzliche Schritte wirklich nötig sind“, sagte der Direktor des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Bonn im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ („NOZ“).

    … Stattdessen sei Deutschland „zu schnell in den Lockdown gegangen“, weil neben der Sorge um die Kapazität der Krankenhäuser „ein gewisser Druck in der Öffentlichkeit“ bestand.
    Mit Blick auf die verschiedenen Positionen zur Pandemie in Wissenschaft und Politik sagte Streeck, „nur warnen und mahnen kann man ja sehr leicht. Im Zweifel ist man als Mahner gesellschaftlich besser aufgehoben.“ Er plädiere allerdings für einen realistischen Blick.
    ….
    Kritik auch an der Maskenpflicht

    … Streeck regte auch eine Diskussion über die Maskenpflicht an. „Am Anfang der Pandemie wurde ja dezidiert gewarnt vor Masken. Die Gründe dafür gelten immer noch, auch wenn sie merkwürdigerweise keine Rolle mehr zu spielen scheinen. Die Leute knüllen die Masken in die Hosentasche, fassen sie ständig an und schnallen sie sich zwei Wochen lang immer wieder vor den Mund, wahrscheinlich ungewaschen. Das ist ein wunderbarer Nährboden für Bakterien und Pilze.“

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