Resolution des Gemeinderates der Großen Kreisstadt Waghäusel gegen die Schließung des DB-Reisezentrums in Waghäusel

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Bildrechte: Pixabay License

Der Gemeinderat der Großen Kreisstadt Waghäusel spricht sich vehement gegen die Schließung des Reisezentrums am Bahnhof Waghäusel aus. Während jeder noch Verständnis hatte, als das Reisezentrum Mitte März Corona-bedingt geschlossen wurde, haben wir absolut kein Verständnis dafür, dass dies zum Anlass genommen wird, das Reisezentrum nun ganz zu schließen. Über die Große Kreisstadt Waghäusel hinaus hat das Reisezentrum einen deutlich größeren Versorgungsbereich, der die Stadt Philippsburg und die Gemeinde Oberhausen Rheinhausen mit einschließt. Danach bedient das Reisezentrum ein Einzugsgebiet von rund 45.000 Einwohnern.

Zwar werden immer mehr Fahrkarten online, per Handyticket oder am Automaten gekauft. Dies ersetzt aber nicht den bisherigen hervorragenden Service des Kundenbetreuers im Bahnhof Waghäusel. Insbesondere die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie alle, die keinen Zugang zu Onlinediensten oder per Smartphone haben, werden durch die Schließung des Reisezentrums benachteiligt, ja diskriminiert. Auch der Hinweis auf die kostenpflichtige telefonische Beratung über DB-Dialog greift nicht, denn im persönlichen Gespräch können alle Detailfragen in Ruhe geklärt werden. Oftmals werden im Telefongespräch wichtige Dinge vergessen, wegen denen man sich dann nochmals über Warteschleifen einwählen muss.

Auch Seh- und Hörbehinderte werden von den neuen Beratungsangeboten der Bahn weitestgehend ausgeschlossen. Ein Verweis auf andere Reisezentren in der Umgebung ist nur ein vorgeschobenes Argument, denn wer fährt freiwillig nach Bruchsal (20 Km) oder Karlsruhe (30 Km) um sich eine Fahrkarte zu kaufen. Tatsächlich verkehrt sich die Ankündigung der Bahn, jederzeit für den Kunden da zu sein ins Gegenteil und somit werden die potenziellen Kunden wieder ins Auto und damit auf die Straße getrieben.

Öffentlicher Personenverkehr ist Daseinsvorsorge und Daseinsvorsorge muss für alle gleichermaßen zugänglich sein.

(Beschlossen am 29. Juni 2020 in öffentliche Sitzung des Gemeinderats)

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